Zeit des Aufbruchs – 360 Grad mit Sasha

Sasha

International erfolgreicher Musiker, Schauspieler, TV-Präsenz bei „Sing meinen Song“ oder als Juror bei „The Voice Kids“: Sascha „Sasha“ Röntgen-Schmitz (47) ist einer der bekann- testen Künstler des Landes – seit vielen Jahren lebt er in Hamburg. Im Exklusivinterview mit HANSEstyle spricht der sympathische Entertainer über seinen Weg zum Ruhm, sein erstes deutschsprachiges Album und sein Gefühl als frisch gebackener Papa.


Die erste Band, bei der ich vorgesungen habe, hat mich auf einer Silvesterparty entdeckt. Es war der erste Jahreswechsel, den ich nicht zu Hause bei meinen Eltern verbracht habe. Ich war 14 oder 15.


Es war in etwa so: Der Strom ist ausgefallen, also haben wir selbst Musik gemacht. Hinter- her kam einer auf mich zu sagte: „Du kannst aber laut singen. Ich habe eine Band – hast du nicht mal Lust, vorbeizukommen?”


Eigentlich wollte ich immer Entertainer werden. Meine großen Vorbilder waren Künstler wie Dean Martin und Frank Sinatra, später auch die großen deutschsprachigen Entertainer wie Rudy Carell und Peter Alexander. Sie konnten tanzen, singen, schauspielern – das hat mir gefallen.


Als ich 16 Jahre alt war, habe ich das Theater für mich entdeckt und wollte später eigentlich zu einer Schauspielschule. Doch ich bin nie zu einem Vorsprechen gegangen, weil ich kurz vorher immer Versagensängste bekommen habe. Im Nachhinein bin ich darüber glücklich, denn so bin ich der Musik treu geblieben.


Dass ich schon Mitte Zwanzig war, als bei mir der große Erfolg kam, war ein großer Vorteil, denn ich hatte meine ersten musikalischen Krisen schon hinter mir. Vorher war ich fünf Jahre mit meiner Band zusammen – nach dem Abitur sind wir zusammen- gezogen und haben Musik gemacht. Lange dachte ich, dass wir als Rock- band erfolgreich werden.


In den 90er-Jahren gab es entweder Techno oder Grunge. Ich war Grunge: Red Hot Chili Peppers, Stone Temple Pilots, Nirvana, Pearl Jam. Diese Bands haben uns damals musikalisch beeinflusst.


Ich habe kleinere Sachen nebenbei gemacht, mal auf der Straße oder bei Hochzeiten gespielt.


Während eines Auftritts mit der Band hat mich ein Produzent gesehen – demblieb ich in Erinnerung, sodass er mich später gelegent- lich als Background-Sänger engagiert hat. Mit ihm zusammen habe ich auch „Wannabe Your Lover“ an der Seite von Young Deenay gemacht. Eigentlich sollte ich optisch gar nicht in Erscheinung treten, doch als herauskam, dass ich der Sänger bin, ging es ab.


Von solch einem Erfolg hätte ich höchstens träumen können. Allerdings habe ich eher immer davon geträumt, mit einem rockigen Stück erfolgreich zu werden. Und plötzlich hatte ich diese Ballade.


Anschließend ging es um die Welt: Russland, Polen, England, USA. Ich erinnere mich an ein Konzert in Italien vor rund 200.000 Menschen – und alle haben mitgesungen.


Es war eine wunderbare Zeit – eine Zeit des Aufbruchs.


Teilweise war mir nicht bewusst, wie erfolg- reich ich international war. In Thailand zum Beispiel warteten rund 3.000 Fans am Flug- hafen auf mich. Das war eine Überraschung, denn ich wusste nicht, dass ich dort schon eine Nummer 1 im Radio hatte.


Ich war mehr oder weniger fünf Jahre am Stück unterwegs.


Dann war ich erschöpft – heute würde ich es wahrscheinlich Burnout nennen, doch den Begriff gab es damals noch nicht. Ich hatte mir keine Zeit genommen, um alles zu verarbeiten.


In meinen Erinnerungen vermischen sich die Ereignisse. Es gibt Auftritte, an die ich mich nicht mehr erinnern kann.


Die Schattenseiten des Ruhms sind zum Bei- spiel, dass man wenig Zeit hat – besonders für die Familie und für Freunde.


Den vollständigen 360-Grad Rundumblick finden Sie in der aktuellen HANSEstyle-Ausgabe ab Seite 30 oder hier.