Der Sound-Macher vom Hamburger Tatort

Timo Pierre Rositzki; Foto: PR
Timo Pierre Rositzki; Foto: PR

Timo Pierre Rositzki – Komponist, Sänger und Regisseur – unterlegt den Hamburger Tatort mit seiner Musik.

Kennengelernt haben sie sich 2008 in einer Videothek in der Lübecker Straße. Özgür Yildirim jobbte damals in dem Filmverleih, Timo Pierre Rositzki wollte eigentlich nur einen Blockbuster mitnehmen und ging mit einer Empfehlung für sein erstes Praktikum bei einer Filmproduktionsgesellschaft. Yildirim ist mittlerweile ein gefragter Regisseur, hat mit Sido den Kultstreifen „Blutzbrüdaz“ gedreht und mehrmals beim Hamburger Tatort Regie geführt. Rositzki ist als Musiker und Komponist erfolgreich, wurde 2016 für seinen Soundtrack zu „Boy 7“ mit dem Deutschen Filmmusikpreis ausgezeichnet, den die beiden Freunde bereits gemeinsam realisierten. Nun haben die Weggefährten erstmals zusammen für einen Tatort gearbeitet.

Für Timo Pierre Rositzki schließt sich mit dem Hamburger Tatort „Alles was Sie sagen“ (Erstausstrahlung am 22.04.2018 um 20:15 Uhr in der ARD) der Kreis: „Alles hat für mich mit einem Set-Praktikum bei der Hamburger Filmproduktionsgesellschaft „Wüste Film“ begonnen. Jetzt, Jahre später, bin ich wieder Teil derselben Produktionsfirma, aber dieses Mal in einer tragenden kreativen Position – als Komponist. Ein Wahnsinnsgefühl,“ beschreibt der 29-Jährige seine rasante Entwicklung in der Filmbranche. Beim Hamburger Tatort hat er nicht nur die Filmmusik komponiert, sondern auch den Song produziert, der die letzte Szene im Film trägt. „Der Song „On My Own“, ist deshalb für mich so besonders, weil ich auch singe. Singen war eigentlich das Einzige, bei dem ich sagte, das kann ich nicht. Und nun singe ich in einen Song aus der eigenen Feder im erfolgreichsten Format im deutschen Fernsehen, der von Millionen Menschen gehört wird. Einfach unglaublich.“

Das Multitalent aus Hamm singt, komponiert und produziert nicht nur Musik, die er unter dem Künstlernamen „Cellar Kid“ im eigenen Label „Rositzki Records“ veröffentlicht, er dreht auch Kurzfilme und Videoclips, die eine riesige Fangemeinde im Netz haben. Seine Kreativität wird früh von den Eltern gefördert, zuerst mit Klavierunterricht, später mit Tanz, zu dem der kleine Timo über sein großes Idol Michael Jackson findet. Die Mutter, damals im Bewegungschor der Staatsoper Hamburg, schlägt ihn vor, als es darum geht, ein Kind für die Ouvertüre des „Der fliegende Holländer“ zu finden. Das Opulente und Theatralische der Oper fasziniert ihn ebenso wie Hip-Hop. Als er die Kamera entdeckt, passt alles mühelos zusammen: E und U, Musik, Tanz, Film. Er geht an die Filmakademie Baden-Württemberg, fühlt sich aber in dem steifen Stundenplan nicht wohl und geht wieder ab, als seine Kreativität leidet. Konsequent verfolgt er seine künstlerischen Vorstellungen, dreht ein inoffizielles Video für den Song „Toulouse“ von Nicky Romero, das regelrecht durch die Decke geht. Der Startschuss für das „Cellar Kid“, das im eigenen Keller Musik produziert und an Videos tüftelt. Da spricht ihn ein alter Bekannter an, er mache einen Film, ob er nicht Lust habe, hierfür die Musik zu komponieren. Aus dem Videothek-Mitarbeiter war ein bekannter Filmregisseur geworden, Özgür Yildirim.

Timo Rositzki On My Own Musikvideo Making Of
Timo Pierre Rositzki bei der Produktion des Musikvideos zu „On My Own“; Foto: PR

Ist der neun Jahre ältere Regisseur sein Mentor? „Auf jeden Fall. Er hat mir zu meinem ersten Praktikum verholfen und mir eine Chance als Filmkomponist gegeben. Mittlerweile sind wir Kollegen auf Augenhöhe, sehr gute Freunde und ich bin sogar Patenonkel seines Sohns“, beschreibt Timo Rositzki das Verhältnis. „Wir unterstützen uns, wo wir nur können.“ Ganz bestimmt auch bei der Verwirklichung von Rositzkis Traum: „Mein größter Wunsch war es immer, auf der Bühne zu stehen. Ich habe als Kind zu Michael Jackson getanzt und mir vorgestellt, in einem Stadion vor einem riesigen Publikum zu performen. Doch dieser Traum kam bisher nie wirklich für mich in Frage, da ich ja überzeugt war, nicht singen zu können. Doch jetzt singe ich. Ob ich’s kann, müssen andere entscheiden. Zwar stehe ich nicht vor zigtausend Menschen, aber das Fernsehen wird am 22. April für meinen Song und meine Stimme vor Millionen Menschen zur Bühne. Und vielleicht komme ich meinem Traum damit doch ein wenig näher“, so der sympathische Tausendsassa.

Weitere Informationen unter www.rositzki.com