Susanne Böhm – wild. laut. klug. nachdenklich.

Das hat allen Spaß gemacht! RTL-Moderatorin Susanne Böhm beim HANSEstyle-Fotoshooting

Seit  über elf Jahren präsentiert Susanne Böhm (40) die Sendung „RTL Nord“. Im Alter von 17 Jahren kam sie in die Stadt – und ist längst in Hamburg voll und ganz zu Hause. Lernen Sie eine der vielseitigsten und interessantesten TV-Moderatorinnen jetzt RUNDUM kennen! Mit Fotos von Michael de Boer für HANSEstyle

 

Ich komme aus Sachsen-Anhalt.

Als die Wende kam, war ich zwölf.

Ich war Jungpionier.

Wir durften kein West-Fernsehen gucken.
Ich habe es trotzdem gemacht.

Es gab Schlangen, wenn es Eis gab und wenn es zum Beispiel Bananen gab.

Wir hatten Bekannte in West-Deutschland, die uns Pakete geschickt haben. Das war jedes Mal sehr aufregend. Allerdings mussten die Grenzsoldaten die Pakete kontrollieren. Anschließend fehlte die Hälfte – zum Beispiel Kaffee, die Orangen oder das Parfüm.

Noch heute freue ich mich, wenn ein Paket kommt. Das Gefühl ist eine schöne Erinnerung an früher.

Ich war damals noch so jung, dass ich nicht infiltriert wurde oder mir Dinge verboten wurden. Daher hatte ich in dieser Hinsicht eine ganz normale Kindheit – in der DDR.

Für meinen Lebensverlauf ist es wichtig und ich bin dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte.

Ich fand mich als Kind total hässlich – ich war zu groß und zu dünn.
Jungs haben mich gehänselt.

 

 

Susanne Böhm
Ohne Sport geht es bei ihr nicht. Das Fahrrad haben wir uns kurzerhand bei Trionik in der Barmbeker Straße ausgeliehen – vielen Dank!

Dass ich später als Model gearbeitet habe, hat mein Selbstbild etwas verändert. Zumindest wurde mir in der Zeit immer wieder suggeriert, dass ich schön sei.

Das Gefühl aus der Kindheit – dass ich eigentlich nicht hübsch bin – habe ich nie richtig abgelegt.

In meinen schlimmsten Zeiten habe ich mit 1,81 Metern Körpergröße nur 51 Kilo gewogen. Ich war eine Zeit lang kurz davor, in die Magersucht abzurutschen.

Ich hätte für den Beruf des Models damals alles getan. Und habe dann manchmal auch das Essen sein lassen. Ich hatte das Gefühl, dass man es als Model so macht – ohne zu wissen, wo die Grenze ist.

Ich hatte den Blick für das verloren, was gesund ist. Genauso für die Fragen: Wann sehe ich noch gesund aus? Wann überschreite ich die Grenze?

Mit Hilfe meiner Eltern habe ich es wieder in den Griff bekommen. Sie haben mich eine Zeit lang aus der Situation herausgenommen, sind mit mir in einen langen Urlaub gefahren und haben mir den Druck genommen.

Ich bin demütig und immer auf dem Boden geblieben. Die Aufmerksamkeit genieße ich trotzdem.

Was die Moderatorin Susanne Böhm besonders macht? Das müssten die Zuschauer beantworten! Ich denke, man merkt mir mein ehrliches und tiefes Interesse an Menschen und deren Themen an.

Auf der Veranstaltungsbühne versuche ich, die Stimmung aufzugreifen und achte nicht nur auf mich, sondern vor allem auf das Publikum.

Bei RTL Nord – und das sage ich nicht, weil es mein Arbeitgeber ist – gibt es sehr viele Chancen, sich weiterzuentwickeln.

Früher war ich beruflich oft sprunghaft und habe so den Faden für meine Karriere verloren. Heute weiß ich: Geduld zahlt sich aus.

Damals war ich zu verbissen. Ich war eine Woche in New York und habe mich gefragt, warum ich noch nicht auf dem Cover der Vogue war. So funktioniert es natürlich nicht.

Man muss immer die Balance finden zwischen Ehrgeiz und Gelassenheit.

Erfolg im Beruf ist mir wichtig. Wenn meine Arbeit anerkannt wird, macht mich das happy.

Richtig wild war ich nicht. Ich bin meistens früh ins Bett gegangen und früh aufgestanden. Mal so richtig gefeiert habe ich erst mit Mitte bis Ende zwanzig. Ich war eher ein Spätzünder.

Der Kinderwunsch kam bei mir relativ spät. Als ich das erste Kind hatte, habe ich mich gefragt: Warum hast du damit nicht schon früher angefangen.

Ich habe meine Tochter Stella im 9. Monat verloren – das war das Unbarmherzigste und Unnatürlichste, was mir jemals im Leben passiert ist.

Halt habe ich in dieser Zeit beim Verein der Verwaisten Eltern in Hamburg gefunden – ohne die Menschen dort hätte ich mich meiner Trauer wohl nicht so stark gestellt und trotzdem den Blick auch wieder nach vorn wagen können.

Das unbeschreibliche Gefühl, wenn du mit deinem Partner ein Abbild deiner selbst im Arm hältst, kann dir keine Bezahlung, kein Erfolg, kein Karriereschritt bieten.

Als Mutter musst du Kompromisse eingehen. Kinder geben dir unendlich viel, aber sie nehmen dir auch viel.

Familie und Beruf hinzubekommen: Das geht nur mit meinem Mann.
Er ist Freiberufler und kann sich zum Glück seine Zeit einigermaßen frei einteilen.

Mein Mann macht das phänomenal. Er kennt mehr Mütter und Väter in der Kita als ich.

Man darf das Leben nicht so schwer nehmen, sondern sollte auch über sich selbst lachen können. Das kann ich!

 

Susanne Böhm
Susanne Böhm

Tolerant zu sein, auch gegenüber anderen Meinungen, finde ich wichtig. Dennoch darf man sich von der Meinung anderer nicht aus dem Konzept bringen lassen.

Ich möchte auf jeden Fall einmal den Berlin-Marathon laufen.

Ein großer Wunsch von mir ist, einmal beim Marathon in New York dabei zu sein.

Ich liebe die Stadt und die Atmosphäre.

Beim Marathon in Hamburg ist die Stimmung sehr gut. Die Menschen fiebern richtig mit.

Ich gehe gern in das Restaurant Patio im Hamburger Poelchaukamp.

Ich liebe Sport. Wenn ich laufen kann und merke, wie sich mein Körper bewegt und anfängt zu schwitzen – das ist ein tolles Gefühl.

Wenn ich mit meinen Kindern spiele und kuschele – das macht mich total glücklich.

Beruflich ist Politik für mich wichtig und ich hänge mich voll rein.

Ich habe Politik studiert. Doch wie sie derzeit betrieben wird, empfinde ich als sehr spröde und weit weg von allem Menschlichen. Allerdings gibt es auch Politiker, die mich erreichen. In Hamburg zum Beispiel Senator Frank Horch.

Im Alter von 17 bin ich nach Hamburg gekommen. Die Stadt ist mein Zuhause geworden.

Die Stadt ist gar nicht so groß, wie ich am Anfang dachte.

Ich mag die vielen Parks und dass ich hier fast alles mit dem Fahrrad erreichen kann.

Hamburg ist kinderfreundlich.

Ich liebe zum Beispiel das Wasser – die Nähe zur Alster und zur Elbe.

„Hanseatin und Hanseat des Jahres“ zu moderieren, hat mir riesigen Spaß gemacht. Der Abend war super!

u.v.m.

Das Gespräch führte: Christian Bauer