ANTJE PEVELING

Antje Peveling
Erst Halten, dann Abwurf: Antje Peveling ist eine der besten Torhüterinnen Deutschlands

An Antje Peveling kommt keiner so leicht vorbei

Antje Peveling (29) ist Mannschaftskapitänin der Bundesligamannschaft des Damenhandballs beim Buxtehuder Sportverein. Im Interview mit HANSEstyle erzählt die Torhüterin von ihrem Trainingsalltag, dem Handballsport in der Öffentlichkeit und der Vereinbarkeit von Sport, Beruf und Privatleben.

Wie sind Sie zum Handball gekommen und warum haben Sie sich für die Position im Tor entschieden?
Da ich schon früher recht groß war, bot es sich an eine Sportart auszuprobieren, in der die Größe von Vorteil sein kann. Daraufhin ging ich zu einem Training meines damaligen Heimatvereins HC Empor Rostock und hatte sofort Spaß am Handball. Ich habe schnell gemerkt, dass mein Talent eher darin liegt, Bälle zu halten als sie zu werfen. Und Sachen die man gut kann, machen bekanntlich mehr Spaß.

Was macht Handball im Vergleich zu anderen Sportarten einzigartig?
Handball ist ein Teamsport. Erfolg ist nur möglich, wenn alle an einem Strang ziehen und dieselben Ziele vor Augen haben. Außerdem ist Handball ein dynamisches und schnelles Spiel.

Wie oft und wie lange trainieren Sie?
Wir trainieren jeden Abend von 18 bis 20 Uhr. Hinzu kommen wöchentlich drei individuelle Trainingseinheiten am Vormittag. Am Wochenende stehen dann die Bundesligaspiele an.

Handball auf Ihrem Niveau zu spielen, ist Leistungssport. Wie vereinbaren Sie Ihr Sport-, Berufs- und Privatleben?
Die meisten Spielerinnen haben einen Teilzeitjob oder studieren. Ich arbeite 25 Stunden pro Woche bei der Hansestadt Buxtehude im Bereich Kulturmarketing. Um den Job, die Trainingseinheiten und die Bundesligaspiele unter einen Hut zu bringen, ist eine Menge Organisation nötig. Ich bin froh, dass ich mir meine Arbeitszeit flexibel einteilen kann. Mein Mann spielt Handball beim HSV Hamburg und kann den Trainings- und Arbeitsaufwand sehr gut nachvollziehen.

Bekommen der Handballsport und Ihr Team im Norden genügend Aufmerksamkeit?
In Buxtehude kennt jeder das Bundesligateam. Die regionalen Zeitungen berichten ausführlich über das Geschehen der Damenbundesliga. Überregional würden wir uns mehr Aufmerksamkeit wünschen. Alle Spiele der Bundesliga werden zwar im Internet übertragen, doch wird Frauenhandball leider viel zu selten im Free-TV gezeigt.

Was macht Handball für Zuschauer besonders attraktiv?
Beim Handball wird es nie langweilig – es fallen viele Tore. In unserer Halle Nord ist immer eine großartige Atmosphäre, die ansteckt. Das muss man erlebt haben.

Worauf freuen Sie sich 2018 sportlich und privat?
Da mein Mann und ich im letzten Sommer geheiratet haben und keine Zeit für Flitterwochen hatten, freue ich mich 2018 schon sehr auf die Sommerpause. Sportlich wünsche ich mir viele spannende Spiele und Siege für unser Team.

Ein Treffen in Buxtehude mit: Louisa Wölke und Christian Bauer
Fotos: Ulrich Lindenthal-Lazhar für HANSEstyle

(r.) Hält das Tor vom Handball-Bundesligisten Buxtehuder SV sauber: Antje Peveling, ausnahmsweise im Freizeit-Look in der Halle

Über Antje Peveling
Mannschaftskapitänin Antje Peveling (ehemals Lenz) steht seit 2011 für die Damenhandballmannschaft des Buxtehuder Sportvereins (BSV) im Tor. Die 1,81 Meter große, gebürtige Rostockerin war seither bei 155 Bundesliga-spielen im Einsatz und wurde 2015 und 2017 mit ihrer Mannschaft deutscher Pokalsieger. Sie ist mit dem Handballspieler Jan Peveling verheiratet, der für den Handball Sportverein Hamburg spielt.