Elena Carrière: Social-Media-Star im Interview

Social-Media-Star Elena Carrière
Elena Carrière

Elena Carrière im Interview

Für Elena Carrière könnte es nicht besser laufen – seit einem Jahr ist sie bei einer renommierten Pariser Agentur unter Vertrag und ihr Instagram-Account verzeichnet fast eine halbe Million Follower. Warum sie für den „nur“ zweiten Platz bei Germany‘s Next Topmodel (GNTM) dankbar ist, wie es sich mit dem Nachnamen Carrière lebt und worauf es in der Social-Media-Welt ankommt, berichtet die 22-Jährige in HANSEstyle.

Elena Carrière: ihr Weg zum Erfolg

„Es gibt keinen klar definierten Weg zum Erfolg und so ist es, ­glaube ich, bei den meisten Menschen. Viele Ereignisse haben mit Zufällen zu tun, die sich ungeplant ereignen. Nichtsdestotrotz habe ich mich natürlich stets bemüht, diese zu nutzen und stetig versucht, mich auf meinem Gebiet weiterzuentwickeln! Es war mein Wunsch, auch in Paris eine Agentur zu haben, da mir diese Stadt so viel bedeutet; natürlich ist dies kein einfacher ­Prozess, genauso wenig wie jeden Tag einer große Community auf einem sozialen Medium gerecht zu werden, aber wenn man das, was man tut, mit Leidenschaft und positiver Energie macht, dann sind die Hürden auch nur noch Situationen und keine Probleme mehr. Und natürlich merken dies andere Menschen auch, was in meiner Branche sehr wichtig ist!“

GNTM – Fluch oder Segen?

„Ich bin sehr dankbar, dass ich damals dabei sein durfte, nur habe ich mich de facto nie beworben. Ich wurde vom Sender kontaktiert und habe mich irgendwann dazu entschieden – mit der festen Überzeugung, nicht ins Finale zu kommen. Demnach war ich ganz entspannt, was das Outcome betrifft. Ich bin sehr froh, dass ich nur Zweite geworden bin! Mir war klar, dass wenn ich dieses Sprungbrett auch im Ausland nutzen wollte, ich besser nicht einen ewigen Sieger-Stempel auf meiner Stirn haben sollte.“

Der Name Carrière

„Mein Familienname hat mich nie in irgendeiner Art und Weise beeinflusst, geschweige denn eingeschränkt! Bis 15 lebte ich in Italien und hatte keine Ahnung, dass mein Vater überhaupt ­einen Bekanntheitsstatus hatte. Das Dschungelcamp war in ­meinen ­Augen sein Australien-Abenteuer, auf das er immer schon Lust hatte – auf Australien, nicht auf die Sendung. Demnach war es mir ziemlich egal, was andere davon hielten. Natürlich gab es Leute, die sich meinen Erfolg in der Sendung durch meinen ­Namen ­erklärten und mich dadurch weniger ernst nahmen, aber wie man im Nachhinein gut beobachten konnte, hatte dies eher mit Missgunst oder den eigenen Unsicherheiten zu tun.“

Instagram: was geht und was nicht

„Ich habe diese Plattform früh lieben gelernt, mit all ihren ­Schatten und funkelnden Seiten, weil sie – wie ich immer schon gesagt habe – einem die Möglichkeit gibt, seine Reichweite für Gutes zu nutzen und seine Werte und wichtige Botschaften zu ­teilen! Das hat mich auch in anstrengenden Phasen motiviert. Und natürlich die wundervolle Art von einer engen Community, die man sich aufbaut und damit einen Austausch mit unterschiedlichen Menschen kreieren kann. Mein Account fokussiert sich also eher auf einen Lifestyle als auf ein bestimmtes Thema. Das geht von ­Fashion, Ernährung, Gesundheit, Umwelt, Travel, Beauty bis hin zu politischen und sozialkritischen sowie ­tagesaktuellen ­Themen, zum Beispiel EU-Wahlen, Gewalt an Frauen, ­US-Politik, ­Organisationen und Nachhaltigkeit.

Tabus hatte ich eigentlich noch nie in strenger Form in meinem Leben, demnach bin ich auch auf ­meinem Kanal sehr ­durchlässig und ehrlich. Mein ­Liebesleben ­jedoch zeige ich nicht, auch ­viele sehr private und ­intime Momente mit Familie und Freunden ­behalte ich oft für mich.“

Tipps für Social Media

„Heutzutage ist es sehr schwer, die Frage zu beantworten, wie man im Netz groß wird. Ich hatte Glück und habe durch TV-Präsenz mit meiner Reichweite starten können. Danach liegt es aber an einem selbst, wie produktiv und bewusst man damit umgeht. Man hat eine Verantwortung und das muss einem klar sein! Dann kann man schauen, in welche Richtung man gehen will und wie man welche Gefühle in seiner Community auslöst. Dann ­versucht man, mit seinem Content zu inspirieren, zu motivieren und ein ­schönes Erlebnis für den Zuschauer zu gestalten. So ist es ­zumindest bei mir. Demnach meine ich zu wissen, dass bei mir speziell einfach klare Authentizität zieht!

Ich investiere viel Zeit und Gedanken in meine Posts – auch ­wegen der Verantwortung; aber eher auch wegen der ­Erwartung an mich selbst, da ich es nicht als selbstverständlich sehe, dass sich Menschen für meinen Weg interessieren.“

Umgang mit negativer Kritik

„Ich habe immer schon Negativität ignoriert, gerade im Netz, wo sie schlicht und einfach nicht ernst zu nehmen ist. Man merkt ganz schnell, dass es den Personen meistens nur um ­Aufmerksamkeit geht.“

Community vs. Privatsphäre

„Präsenzdruck kann ein riesiges Problem und sogar Hürde für die Gesundheit und den Job sein. Muss es aber nicht, wenn man es richtig und bedacht angeht – wie alles andere meistens auch. Ich habe mir gerade zwei Handy-Detox-Wochen ­genommen, die mir wieder eine solche Verbundenheit mit mir selbst und meiner Umgebung, unserer wunderschönen Welt, ­gegeben haben, mit Meditation, Atemübungen, Lesen, Yoga …, das hilft mir, bei mir zu bleiben. Und natürlich das super ­Verhältnis zu meinen Liebsten.“

Friends & Co.

Freunde zeichnen sich für mich dadurch aus, dass sie einerseits schon vor meiner Zeit bei Topmodel immer für mich da waren und mich ab dann bei allem unterstützt haben und hinter mir standen. Sie ­interessieren sich absolut nicht für Instagram-Fame, ­glamouröse Events, Geld oder Aufmerksamkeit. Ich mache mit ihnen ­genau ­dieselben ­Sachen wie früher und man freut sich einfach, wenn der andere ­glücklich ist mit dem, was er tut. Ich habe gerade in den ­letzten ein bis zwei Jahren viele Menschen aus meinem Leben ­„aussortiert“, da ich genau weiß, wem ich meine Energie schenken möchte und von wem diese auch zurückkommt.

Lieblingsorte in Hamburg

Essen könnte ich jeden Tag bei „Was wir wirklich lieben“, „Flying ­Market“, „Rain Cafeteria“, „Froindlichst“, „Kumpir Falafel“, „Public Coffee Roasters“ und noch bei vielen anderen. Aber am ­allerliebsten koche und backe ich zuhause für mich und Freunde! Ich liege sehr ­gerne im Park in Ottensen oder an der Elbe. Bin gerne auf den­ ­Alsterwiesen oder fahre auch einfach mal mit dem Rad durch die Stadt!

Must-haves für den Sommer

Ich gehe ja absolut nicht mit Trends und bin demnach ziemlich ­eigen, wenn es um „Must-haves“ geht. Ich würde sagen: Bodies sind für mich im Sommer immer dabei, lockere Flatterhosen, dicke Boots – viele ­Ringe trage ich auch sehr gerne. Dazu einen natürlichen Make-up-Look! Auch knielange sanfte Röcke entdecke ich gerade für mich, kleine Bauchtaschen gehören für mich dazu und natürlich eine coole schmale Sonnenbrille!

Perspektiven

Der Weg des Modelns wird hoffentlich noch etwas ausgebaut in den nächsten Jahren und auch auf Instagram möchte ich gewisse ­Themen in Zukunft noch mehr beleuchten! Darüber hinaus mache ich ein ­Moderationscoaching und sammle Schauspiel-Erfahrungen, da mich diese Gebiete auch sehr reizen. Vor allem das Moderieren fasziniert mich. Meine Leidenschaft, das Kochen und Backen, werde ich auch mittel- und langfristig in etwas Greifbares und Eigenes ­umsetzen – an den Konzepten wird aber noch gearbeitet!

 

Über Elena Carriére

Die 1996 geborene Hamburgerin ist eine ­zweier Töchter des Schauspielers ­Mathieu Carrière. Ihre ersten fünf Lebensjahre ­verbrachte Elena in der Hansestadt, ehe sie mit ihrer Mutter nach Venedig zog und erst 2015 in ihre ­Heimat zurückkehrte. 2016 verließ die 22-­Jährige die ProSieben-Show GNTM als Zweitplatzierte. Ihr Filmdebut gab sie 2012, aktuell ist sie mit anderen ­Promi-­Sprösslingen, zum Beispiel Cheyenne Ochsenknecht und Laura Karasek, im ­neuen VOX-Format „7 Töchter“ zu sehen. Schauspielerisch ist sie bereits in einigen TV- und Kinoproduktionen in Erscheinung getreten. Moderation bei Events und im TV sind für Elena die Bereiche, in denen sie zum jetzigen Zeitpunkt die größten Herausforderungen für sich sieht.