Clara de Villiers

Künstlerin Clara de Villiers
Foto: Ulrich Lindenthal-Lazhar für HANSEstyle

So talentiert ist die Metropolregion!
Zu Besuch bei einer Hamburger Künstlerin.

Was inspiriert Sie?
Clara de Villiers: Kleinigkeiten die mir tagtäglich begegnen: Sei es Menschen auf der Straße. Eine Szene im Buch, das ich gerade lese. Ein Vogel im Baum vor meinem Fenster. Ein Lied, das ich im Kopf habe. Ein Traum, den ich letzte Nacht geträumt habe. Eine seltsame Redewendung. Es kann alles sein.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?
Ich arbeite mit realen Bildelementen, die ich oft zu einer surrealen Welt zusammenfüge. Die Wirkung ist manchmal dunkel und tiefgründig, dann wiederum verspielt und humorvoll. Meine Technik ist etwas ungewöhnlich, denn ich male mit Acrylfarben auf transparenten Kunststofffolien. Um Helligkeiten zu setzen, kratze ich anschließend die Farbe mit einer feinen Nadel heraus. Diese Technik erlaubt es mir die Strukturen besonders hervorzuheben und Farbe hinzuzufügen oder zu entfernen, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

Clara de Villiers in ihrem Atelier
Clara de Villiers in ihrem Atelier | Foto: Ulrich Lindenthal-Lazhar für HANSEstyle

Ist gute Illustration Talent oder Technik?
Talent ist auf jeden Fall hilfreich, aber letztendlich gehört auch viel Fleiß dazu. Ich habe einige Jahre gebraucht, um eine eigene Technik zu entwickeln und merke, wie diese mit jedem Bild reift.

Viele Ihrer Motive sind Vögel. Was fasziniert Sie an ihnen?
Vögel haben etwas sehr geheimnisvolles. Man kann meistens nur einen kurzen Blick auf sie erhaschen und dann sind sie schon wieder weg. Daher finde ich es besonders spannend, durch die Illustration die Möglichkeit zu haben, mich länger mit ihnen auseinanderzusetzen. Mich reizt es besonders, ihr Gefieder und ihre Formen in meiner Stilistik herauszuarbeiten.
Sie sind mit elf Jahren aus Belgien nach Hamburg gekommen. Was verbindet Sie mit der Hansestadt?
Hamburg ist in den letzten 20 Jahren zu meinem selbstgewählten Heimathafen geworden. Wegen meiner südafrikanischen Mutter und meinem belgischen Vater bin ich als Kind sehr viel gereist und habe an vielen verschiedenen Orten gelebt. Daher fand ich es irgendwann schön, einen festen Standort zu finden, an dem ich bleiben möchte und mir etwas aufbauen kann.

Was macht Hamburg attraktiv für Künstler?
Hamburg ist eine Stadt, die besonders für Illustratoren sehr spannend ist. Der eigene Studiengang „Illustrationsdesign“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften ermöglicht hier eine sehr gute Ausbildung und man lernt viele Gleichgesinnte kennen, die für den späteren Berufseinstieg das perfekte Netzwerk bilden.

Durch dieses Netzwerk entstehen regelmäßig spannende Kollaborationen und Projekte, seien es Ausstellungen, Ateliergemeinschaften oder einfach ein reger und inspirierender Austausch.

Was machen Sie, wenn Sie nicht zeichnen?

Kunstwerk von Clara de Villiers
Kunstwerke von Clara de Villiers | Fotos: Ulrich Lindenthal-Lazhar für HANSEstyle

Als freiberufliche Illustratorin besteht mein Arbeitsalltag leider nicht nur aus zeichnen – ich verbringe im Atelier viel Zeit um neue Ausstellungen zu planen, E-Mails zu beantworten, außerdem mit Akquise und Buchhaltung etc. In meiner Freizeit gehe ich gern zum Bikram Yoga oder trinke abends ein Glas Wein mit Freunden oder besuche Ausstellungen.

Mehr über die Künstlerin: www.claradevilliers.de