WILLKOMMEN IM LEBEN

PD Dr. Holger Maul

Die Geburt eines Kindes ist immer wieder ein Wunder und bedeutet größtes Glück. Doch bevor es soweit ist, treffen Vorfreude, Herausforderungen und Ängste aufeinander. In HANSEstyle erzählt Priv. Doz. Dr. Holger Maul (46), Chefarzt der Geburtshilfe in den Asklepios Kliniken Barmbek und Heidberg-Nord, bei welchen Symptomen Sie Ihren Arzt aufsuchen sollten und wie Sie sich am besten auf die Entbindung vorbereiten.

Was macht für Sie den Bereich der Geburtshilfe so interessant?
Hat man einmal miterlebt, wie eine Geburt vonstatten geht, ist man grenzenlos fasziniert. Zu sehen, wie ein Kind auf die Welt kommt, ist wahrscheinlich das Größte, was man überhaupt erleben kann.

Was bedeutet invasive und nicht-invasive Pränataldiagnostik und welche Art der Diagnostik empfehlen Sie?
Bei der Pränataldiagnostik geht es um die Zustandsbeurteilung, die Wachstumskontrolle und das Erkennen von schwerwiegenden Problemen. In erster Linie wird dazu die nicht-invasive Ultraschalldiagnostik genutzt. Zusätzlich gibt es nicht-invasive genetische Untersuchungen. Nicht-invasiv bedeutet, dass für die Untersuchung kein Eindringen in den Körper erforderlich ist. Benötigt man eine klare Antwort, die unter Umständen mit weit-reichenden Entscheidungen zusammenhängt, ist es unumgänglich, eine invasive Diagnostik – wie zum Beispiel eine Fruchtwasser-entnahme – anzuwenden. Grundsätzlich ist es unser Ziel nicht-invasiv vorzugehen.

Bei welchen Symptomen sollte man einen Arzt aufsuchen?
Einen Arzt sollte eine schwangere Frau immer dann aufsuchen, wenn sie Blutungen oder krampfartige Unterbauchschmerzen hat. Insbesondere wenn die Bauchschmerzen im frühen Stadium seitenbetont auftreten sollte überprüft werden, ob eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Auch bei Symptomen wie Sehstörungen, Oberbauchbeschwerden oder starkem Juckreiz empfiehlt sich ein Arztbesuch.

Häufig leiden schwangere Frauen an Übelkeit oder Kopfschmerzen. Welche Medikamente sind in der Schwangerschaft erlaubt und welche nicht?
Während der Schwangerschaft empfehle ich – sofern möglich – Medikamente zu vermeiden. Handelt es sich um eine starke Übelkeit mit häufigem Erbrechen, sollte die Schwangere stationär aufgenommen und mit einer Infusionstherapie behandelt werden. Treten Kopfschmerzen auf, können diese unter Umständen mit Medikamenten wie Paracetamol behandelt werden. Auf der Internetseite www.embryotox.de findet sich eine hilfreiche Übersicht, welche Medikamente während der Schwangerschaft erlaubt sind.

Welche Art von Ernährung empfehlen Sie während einer Schwangerschaft?
Die Grundregeln sind: viele Ballaststoffe – zum Beispiel gekochtes Gemüse, wenig Zucker, hin und wieder durchgebratenes Fleisch, keine Rohmilchprodukte und keine Genussmittel wie Alkohol oder Koffein. Ich empfehle auch, täglich nicht mehr als zwei Hände voll Obst zu essen, denn Obst enthält Unmengen an Fructose, die zu Fett umgewandelt werden.

Was können werdende Eltern tun, um sich bestmöglich auf die Geburt vorzubereiten und diese so angenehm wie möglich zu gestalten?
Das Beste, was werdende Eltern tun können ist, sich auf das Thema Schwangerschaft einzulassen. Eine Schwangerschaft sollte kein Projekt sein, denn ihr Verlauf ist nicht planbar, genauso wenig wie die Geburt selbst. Wer das verstanden hat, geht mit dem ganzen Thema entspannter um.

Nach welchen Kriterien sollte das Krankenhaus für die Entbindung ausgewählt werden und was spricht für die Asklepios Kliniken?
Während einer Entbindung können unvorhergesehene Dinge passieren. Da ist es wichtig, dass rund um die Uhr jemand aus dem jeweiligen Fachbereich – ob Kinderarzt, Geburtshilfe oder Anästhesist – zur Stelle ist. Genau das wird in den Asklepios Kliniken Barmbek und Heidberg-Nord gewährleistet.

Was reizt Sie an Hamburg als Arbeits- und Lebensmittelpunkt?
Ich könnte mir keine schönere Stadt zum Leben vorstellen. Das manchmal nicht so schöne Wetter wird kompensiert durch den tollen Lebensstil und das unglaubliche Kulturangebot.

Im Gespräch mit: Florian Schmidt | Foto: Tim Wendrich

Über Priv. Doz. Dr. med. Holger Maul
Aus Bayreuth stammend, studierte Holger Maul Medizin in Erlangen. Nach weiteren Stationen in Texas, Hannover und Heidelberg kam Dr. Maul 2009 als Chefarzt an das katholische Marienkrankenhaus nach Hamburg. Dort baute er eine in Deutschland zu den größten zählenden Geburtskliniken mit auf. Seit Sommer 2017 ist PD Dr. Maul Chefarzt der Abteilung Geburtshilfe für die Asklepios Kliniken Barmbek und Heidberg-Nord. Er hat drei Kinder im Alter von 15, 18 und 20 Jahren.