Wer fastet, muss nicht hungern

Dr. Florentine Markworth | Foto: Tim Wendrich für HANSEstyle

Wie Entgiftung richtig geht

Abnehmen, entschlacken, bewusst ernähren: ein Vorhaben, das bei richtiger Umsetzung zu einem positiv veränderten Körpergefühl beitragen kann. Wie man eine Entgiftungskur richtig durchführt und damit nachhaltig gesundheitliche Verbesserung erzielt, erklärt Dr. Florentine Markworth, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Sportmedizin und Spezialistin für Entgiftung im Hamburger Lans Medicum.

Stress, Leistungsdruck und eine belastete Umwelt strapazieren den Körper Tag für Tag. Da kommt einem der angesagte Detox-Trend, das bedeutet, den Körper zu entgiften und von innen zu reinigen, gerade recht. Soll das nun die Lösung sein und woher kommt dieser Trend? Dr. Markworth ist am Lans Medicum für den Bereich der Regenerationsmedizin zuständig. Sie sieht die Gründe in der modernen Arbeitswelt: „Wir leben heutzutage in einer Gesellschaft, wo alles immer schneller geht, wir überall erreichbar sein müssen und wenig Zeit für uns selbst haben. Damit tun wir unserer Gesundheit keinen Gefallen. Viele merken das und wollen sich aktiv um ihr Wohlbefinden kümmern.“ Doch wie geht man so eine Entgiftungs-Kur richtig an? Durch die Ernährungsumstellung wird der Körper stark belastet. Wer einen Selbstversuch wagen möchte, dem ist zunächst eine leichte Kur, wie zum Beispiel eine Saftkur von drei bis fünf Tagen zu empfehlen. Eine starke Entgiftungskur sollte aber unbedingt von einem Experten begleitet werden, damit dem Körper keine Salze oder wichtigen Nährstoffe entzogen werden. Schwangere oder Patienten mit Autoimmun- oder Krebserkrankungen sollten eine Ernährungsumstellung grundsätzlich von einem Arzt betreuen lassen.

In den modernen Behandlungsräumen des Lans Medicum betreut Dr. Florentine Markworth die Mayr-Kur | Foto: PR

Entgiften mit der Mayr-Kur
Das Lans Medicum bietet als Entgiftungskur unter Betreuung von Dr. Markworth die Mayr-Kur an. Benannt nach dem Naturarzt Dr. Franz Xaver Mayr, wird bei der Mayr-Kur durch eine spezielle Diät die Selbstreinigung des Organismus angeregt. Im Fokus der Behandlung steht der Darm. Er wird entlastet und entschlackt und überflüssige Säuren können mithilfe ambulanter Behandlungen wie Massagen, Lymphdrainagen und Basenbäder abfließen. Ein positiver Nebeneffekt ist laut Markworth, dass der Patient dabei lernt, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und dadurch ein neues Körperbewusstsein erlangt. Vor allem für die Zeit nach der Kur kann das nützlich sein, damit man nicht so schnell zurück in alte Muster fällt.

Insgesamt dauert die Mayr-Kur bis zu vier Wochen (Empfehlung vom Lans Medicum). Die erste Woche dient der Vorbereitung. Um den Körper auf die anstehenden Veränderungen einzustimmen, sollten Rohkost und Süßigkeiten sowie Kaffee, Alkohol und Zigaretten vermieden werden. Das Fasten beginnt ab Woche zwei. Ab diesem Zeitpunkt wird 14 Tage lang Diät gehalten. Je nach Fastenstufe dürfen verschiedene Lebensmittel verzehrt werden. Das reine Tee/Brühe-Fasten wird eher selten praktiziert. Normalerweise gehören auch Kohlenhydrate und Eiweiße (Basensuppen, Dinkelbrötchen, Joghurt) auf den Speiseplan. Bei einer weniger strikten Fastenstufe sind mittags Kartoffeln, Käse, Fisch und Avocado erlaubt. Ab der vierten Woche wird die Auswahl an Nahrungsmitteln langsam erweitert.

Das Lans Medicum Hamburg ist die erste urbane Präsenz des Lanserhof | Foto: PR

Während der Kur lernen die Patienten ,richtig’ zu essen. Eine wichtige Grundregel: Jeder Bissen sollte 30 bis 40 Mal gekaut werden. So werden Magen und Darm geschont. Außerdem isst man weniger, bis das Sättigungsgefühl eintritt. „Man kann sich das anfangs schwer vorstellen, aber die Patienten hungern nicht“, betont Dr. Markworth. Gegessen wird in regelmäßigen Abständen, alle fünf Stunden. Neben der Reinigung des Darms und der verbesserten Selbstwahrnehmung hat die Mayr-Kur einen weiteren positiven Effekt: Etwa zwei bis fünf Kilo Gewicht können während der Entgiftung verloren werden. Doch nur, wer das Erlernte auch langfristig in die Lebens- und Essgewohnheiten etabliert, kann sein Gewicht halten und vor allem nachhaltig von der Entgiftung profitieren.

Text: Natalja Fischer


Fünf Detox-Grundregeln

1. Täglich drei bis vier Liter klare Flüssigkeit (zum Beispiel Wasser oder Tee) trinken, um Säuren auszuschwemmen
2. Ausreichend Bewegung, am besten an der frischen Luft
3. Auf vorbehandelte und industriell verarbeitete Lebensmittel verzichten, dafür lieber auf naturbelassene Produkte zurückgreifen
4. Regionale Produkte verwenden, durch die kurzen Transportwege sind diese reicher an Nährstoffen
5. Jeden Bissen 30 bis 40 Mal kauen, um Magen und Darm zu schonen


Dr. Florentine Markworth:

Die Hamburgerin Dr. Florentine Markworth stammt aus einer Kardiologenfamilie. Nach dem Medizinstudium und der Promotion an der Universität Hamburg, begann sie ihre Tätigkeit in der Kardiologie am Universitären Herzzentrum der Hansestadt. Sie ist Ärztin für innere Medizin und Kardiologie mit Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Ergänzt wird ihr Portfolio durch eine Fortbildung in Ernährungs- und Mayrmedizin. Seit 2016 ist die Fachärztin im Zentrum für Sport- und Regenerationsmedizin des Lans Medicum tätig. Außerdem unterstützt sie die Hamburg Towers Basketballmannschaft als internistische Mannschaftsärztin.