VON EXTRAVAGANZ BIS KLASSIK | Jörg Oppermann macht Hamburgs Haare sommerfit

Mit Fachwissen, Trendgespür und Modebewusstsein zum perfekten Haar: Schon als kleiner Junge wusste Jörg Oppermann, dass das Friseurhandwerk seine Berufung ist

Er liebt Mode, er liebt Trends, er liebt Stil. In seinem Salon in der Hamburger Innenstadt legt Jörg Oppermann mit Schere, Kamm und Farbe regelmäßig Hand an bei Haaren prominenter Persönlichkeiten wie Judith Rakers und Susann Atwell. Hamburgs Star-Coiffeur über Bad Hair Days, Leidenschaft und die Frisurentrends des Sommers.

HANSEstyle: Sie haben sich in Hamburg mit Ihrem Salon Oppermann Haute Coiffure einen Namen gemacht. Wie sind Sie zum Friseurberuf gekommen?

Jörg Oppermann: Meine Mutter liebte Frisuren. Zweimal pro Woche kam eine Friseurin zu uns nach Hause und ich durfte helfen, die Frisuren auszusuchen. Das waren richtige Wohlfühlmomente. So wurde meine Leidenschaft für das Friseurhandwerk entfacht. Dennoch entschied ich mich nach dem Abitur zunächst für ein Pharmaziestudium. Nebenbei habe ich oft bei Modenschauen und für Fotografen gearbeitet, wodurch ich einen starken Bezug zur Modebranche entwickelte. Und dann kam dieser Aushang der Pariser Marke Mod’s Hair: „Change your job“ – für Leute, die einen Einblick in das Friseurgewerbe erlangen wollten. Dem folgte ein Crashkurs im Haareschneiden. Von Mod’s Hair wurde ich direkt in die Szene eingebunden und konnte nicht mehr loslassen – das war meine Welt. Nach der Friseurausbildung bot Mod’s Hair mir einen eigenen Laden in Hamburg an. Also habe ich mich 1999, zunächst als Franchisenehmer, selbständig gemacht. In Hamburg verliebt habe ich mich übrigens schon während meiner Famulatur, die ich in der Isestraße absolviert habe. Ich kann mir zum Leben und Arbeiten keine andere Stadt vorstellen.

Was zeichnet Ihren Salon aus?

Die Leidenschaft. Wir leben unseren Beruf, sind Dienstleister, Berater und Unterstützer mit einem starken modischen Verständnis. Das bedeutet auch, dass wir nicht jedem Kundenwunsch nachkommen. Wir kennen unser Fach, wissen, was für das Haar das Beste ist und was dem Kunden steht. In den letzten Jahren haben wir uns das volle Vertrauen unserer Kunden erarbeitet. Darauf sind wir stolz.

Welche Haarpflege-Tipps haben Sie für den Sommer?

Ob klassische Looks oder bunte
Experimente – Jörg Oppermanns
Kunden vertrauen ihm zu 100 Prozent

Bei langen Haaren rate ich, regelmäßig die Spitzen zu schneiden. Außerdem kommt es auf die richtigen Produkte an. Es gibt verschiedene Pflege mit UV-Schutz zur Vorbeugung und Nachbehandlung, zum Beispiel von La Biosthétique.

Welche sind die Trendhaarfarben für Frauen und Männer in diesem Sommer?

Bei den Frauen ist es entweder ein extremes, sehr helles Blond oder ein natürliches Blond mit herausgewachsenen Strähnchen. Alternativ wird derzeit gerne in den Farbtopf gegriffen. Farben wie pastelliges Flieder sind sehr im Kommen. Männern rate ich vom Haarefärben ab. Durch das Färben entsteht oft ein Rotstich, der bei Männern unnatürlich wirkt.

Welchen Rat haben Sie für schnelle Abhilfe an einem Bad Hair Day?

Eigentlich gibt es gar keine Bad Hair Days mehr. Paris und New York machen es vor, dort ist des Öfteren Bad Hair Day – mit Absicht. Es soll natürlich und lässig aussehen. Wenn man sich mit seinen Haaren mal nicht wohl fühlt, tut es ein einfacher Zopf. Der ist immer cool und sexy.

Sie zählen viele bekannte Gesichter zu Ihrem Kundenkreis. Unterscheiden sich die Wünsche dieser Personen von denen anderer?

Meine Kunden sind vom Stil her ähnlich eingestellt. Prominente verkörpern oft einen bestimmten Typ, dem ich nachkommen muss. Außerdem ist das Haar von Personen, die jeden Tag vor der Kamera stehen und gestyled werden oft strapaziert und sollte nicht zusätzlich durch zum Beispiel starke farbliche Veränderungen belastet werden. Wir experimentieren eher für Red-Carpet-Auftritte.

Wie würden Sie den Frisurenstil der Hamburgerinnen und Hamburger beschreiben?

Bei den Hamburgerinnen und Hamburgern stehen das Gepflegt- und Schönsein sowie ein extremes Trendbewusstsein im Vordergrund. Sie sind sehr modisch, aber gleichzeitig stilvoll und klassisch. Genau diesen Stil lebe und liebe ich.

Im Gespräch mit:

Beate Reichmann und Louisa Wölke

Foto: Marius Engels

Hair & Make-up Jörg Oppermann:

Julia Junglas


SCHNELL & EASY

Der perfekte Sommer-Zopf

1 Das Haar hinten locker zurücknehmen und mit einem Gummiband befestigen. Eine dicke Strähne abteilen und um den Zopf wickeln. Mit einer Haarspange gut feststecken.

2 Um die Zopfspitze ein kleines Haargummi binden, den Pferdeschwanz in sich kordeln und unter der breiten Strähne am Zopfdutt unsichtbar feststecken. Das Hinterkopfhaar leicht anheben. Vorn lässig ein bis zwei Strähnen herausziehen. Hält locker den ganzen Tag!