VISION „GREEN HALL“

Gloria Bruni (l.) und Kathrin Wolf in der Gleishalle des Oberhafens

Ein Stück Geschichte für Hamburgs Zukunft

Ein geschichtsträchtiger Ort in der HafenCity: der Oberhafen. Die Komponistin und Gründerin der Stiftung Oberhafen, Gloria Bruni, und die Landschaftsarchitektin
Kathrin Wolf arbeiten an einem Konzept, um den Ort zu einem kulturellen Hotspot auszubauen und langfristig zu erhalten.

Über die Hanseatische Materialverwaltung, eine unendlich erscheinende Sammlung an Requisiten, Dekorationen und Antiquitäten, betritt man sie: die Gleishalle. Ein versteckter Platz mitten im Oberhafen, der eine ungeahnte Faszination birgt. Bahnsteige und Gleisbetten erinnern hier an den damals größten Stückgutbahnhof Deutschlands. So sah es in der HafenCity früher aus.

Die Gleishalle im Ist-Zustand
So könnte die Gleishalle in Zukunft aussehen: grün und lebendig

Heute ist es ruhig in der Gleishalle. Doch die Künstlerin Gloria Bruni und ihre Stiftungskollegin Kathrin Wolf haben eine Vision: „Wir möchten aus der Gleishalle eine Green Hall machen“ – eine begrünte Halle unter anderem für Ausstellungen und Märkte, so dass sich Menschen und Kulturen aus aller Welt begegnen können. Die Idee der „Green Hall“ kam Gloria Bruni während eines Besuchs in New York. Die dort auf einer ungenutzten Güterzugtrasse gestaltete „High Line“ begeisterte die Sängerin und weckte in ihr die Vision eines Szene- und Kreativtreffpunkts in Hamburg – ein kleines Brooklyn an der Elbe.

Es soll ein Raum für Künstler und Kreative entstehen. Die Stiftung möchte den Oberhafen zu einem sozialen Bindeglied aufbauen, von dem die Hansestadt profitiert. „Angrenzenden Stadtteilen wie Rothenburgsort, Horn oder dem Billebogen würde ein leichterer Zugang zur HafenCity ermöglicht“, so Kathrin Wolf. Und Gloria Bruni fügt hinzu: „Der Oberhafen ist das Gegenstück zur Elbphilharmonie. Doch beides ergänzt sich: Hier kann die Kunst entstehen, die später in der Elbphilharmonie dargestellt wird.“ Es gibt bereits viele Anfragen – für Videodrehs, Ausstellungen und langfristige Ateliernutzung zum Beispiel.

Was ist nötig zur Umsetzung des Projekts? „Es sind drei Dinge“, so die Vorsitzende der Stiftung, Kathrin Wolf. „Ein Nutzungsvertrag, ein öffentlicher Zugang zur Gleishalle und ein neues, transparentes Gleishallendach.“ Mit Herz und Leidenschaft wird die Stiftung Oberhafen daran arbeiten, um diese Voraussetzungen zu erfüllen, denn für Goria Bruni und Kathrin Wolf ist klar: „Der Oberhafen ist eine Hamburger Perle und die Gleishalle das Herz des Oberhafens“.

Text: Louisa Wölke | Fotos: Marius Engels, Stiftung Oberhafen (1), HANSEstyle (1)

Gloria Bruni (l.) und Kathrin Wolf werden beim HANSEstyle Shooting von Fotograf Marius Engels in Szene gesetzt

 

Über  Gloria Bruni
Seit 1963 lebt die studierte Zahnmedizinerin, Komponistin und Sängerin Gloria Bruni in Hamburg. Als Geigerin spielte sie unter anderem in der New Yorker Carnegie Hall und trat als Sängerin beispielsweise an der Mailänder Scala auf. 2014 entdeckte sie die Gleishalle. Fasziniert von der Atmosphäre, ließ sie dort anschließend ein Video zu ihrer Komposition „Angelo di Dio“ drehen. Um diesen Ort zu erhalten, gründete sie 2016 mit Freunden und aktiven Bürgern der Stadt die Initiative Oberhafen. Weitere Informationen: http://oberhafen.org

Über Kathrin Wolf
Die gebürtige Leipzigerin Kathrin Wolf studierte Gartenbau und Landschaftsarchitektur unter anderem an der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen. Seit 2005 arbeitet Kathrin Wolf als freischaffende Landschaftsarchitektin mit eigenem Büro in Hamburg und ist anerkanntes Mitglied der Hamburgischen Architektenkammer. Ergänzend zu ihrer Arbeit eröffnete sie 2006 das Gartengeschäft „Giardino“. Als Vorsitzende unterstützt sie die Stiftung Oberhafen.