Bis alles (wieder) rund läuft

Prof. Dr. med. Thorsten Gehrke | Foto: Anna Daki für HANSEstyle

Top-Mediziner

Prof. Dr. med. Thorsten Gehrke ist Chefarzt und Ärztlicher Direktor der HELIOS ENDO-Klinik. Im Gespräch mit „Healthcare & Life“ erzählt der Mediziner, was den Gesundheitsstandort Hamburg so besonders macht, welche die häufigsten Probleme seiner Patienten sind und er verrät, ob regelmäßiger Sport dem Gelenkknorpel guttut.

PROF. DR. MED. THORSTEN GEHRKE ÜBER …

… sein Spezialgebiet
Als Spezialist für die Implantation von künstlichen Hüft- und Kniegelenken behandele ich überwiegend Verschleißerkrankungen oder anderweitige krankhafte Veränderungen der Hüft- und Kniegelenke (Arthrose). Dazu kommt die „Reparatur“ von fehlgeschlagenen, infizierten oder misslungenen Knie- und Hüftendoprothesen. Die müssen in den allermeisten Fällen ausgewechselt werden. Infektionen oder Lockerungen von künstlichen Gelenken führen häufig zu Zerstörungen des umgebenden Knochens. Hier bin ich auf die Rekonstruktion und den Wiederaufbau von Knochendefekten mit unterschiedlichsten Materialien spezialisiert.

… Hamburg als Gesundheitsstandort
Abgesehen davon, dass Hamburg meine Geburtsstadt ist, zeichnet sich Hamburg durch seine einmalige Vielfalt, Toleranz und Liberalität aus. Als die Metropole im Norden Deutschlands verfügt die Stadt – aus Perspektive eines Arztes – über eine medizinische Angebotspalette, die ihresgleichen sucht. Neben den medizinischen Hochleistungszentren, wie etwa den universitären Einrichtungen oder den vielen Zentren der sogenannten Maximalversorgung, findet man in Hamburg eine große Anzahl an hochspezialisierten Kliniken und ambulanten Einrichtungen.

… Alter, Beweglichkeit und Lebensqualität
Das Durchschnittsalter unserer Patienten liegt bei knapp 65 Jahren, doch die Streubreite ist groß. Wir behandeln Jugendliche bis hin zu über 90-jährigen Patienten. Die meisten von ihnen benötigen ein neues Hüftgelenk, weil die Schutzschicht des Gelenkes, der Gelenkknorpel, verschlissen beziehungsweise aufgebraucht ist. Möglich ist auch, dass es zu einem Absterben des Hüftkopfknochens gekommen und das Gelenk eingebrochen ist. Solche Veränderungen führen zu starken Schmerzen beim Gehen und Bewegen und häufig auch zu einer erheblichen Einschränkung der Beweglichkeit. Die Lebensqualität wird durch diese Probleme empfindlich beeinträchtigt.

… zu viel Sport oder zu wenig Bewegung
Grundsätzlich lässt sich sagen: Bewegungslosigkeit schadet jedem Gelenk. Die Gelenkflüssigkeit ernährt den Knorpel, der die Knochen vor Abrieb schützt. Nur wenn wir uns bewegen, umfließt die Gelenkflüssigkeit den Knorpel und kann ihn so mit neuen Nährstoffen versorgen. Bewegen wir uns zu wenig, dann fehlen dem Knorpel wichtige Nährstoffe. Das schadet ihm und führt über einen längeren Zeitraum zum Gelenkverschleiß: der Arthrose. Davor schützt man sich beispielsweise im Büro, in dem man immer mal wieder aufsteht und sich bewegt oder die Treppe statt des Fahrstuhls nimmt. Sport, auch regelmäßig ausgeübt, schadet den Gelenken, sofern diese normal angelegt sind, nicht. Im Gegenteil, die Bewegung sorgt für eine gute Ernährung des Gelenkknorpels.

… Übung, die den Chirurgen zum Meister werden lässt
Die erste und wichtigste Frage sollte, zumindest bei einem operativ tätigen Spezialisten, sein, wie häufig er die entsprechende Operation tatsächlich durchführt. Es gibt nicht den einen begnadeten Chirurgen – das ist ein Ammenmärchen. Aber es gibt den gut trainierten Chirurgen, der nahezu täglich seine Operationen verfeinert und so in der Lage ist, die Behandlung sicher, schnell und komplikationsarm durchzuführen. Diese Maxime – je häufiger, desto besser – ist mittlerweile vielfach wissenschaftlich in der Literatur belegt. Sie gilt im Übrigen nicht nur für den einzelnen Spezialisten, sondern auch für die Klinik, in der er tätig ist.


Über Prof. Dr. med. Thorsten Gehrke:

In Hamburg geboren und aufgewachsen, hat er seine Ausbildung zum Orthopäden an der Universität in Kiel und in der HELIOS ENDO-Klinik in Hamburg absolviert. Seit 10 Jahren ist er Chefarzt und Ärztlicher Direktor der ENDO-Klinik. Thorsten Gehrke ist verheiratet und hat zwei Töchter und einen Sohn. Neben der Familie ist sein wichtigstes Hobby die Arbeit – und die Auslandsreisen zu Kongressen oder Operationen. Und den Fitnessraum besucht Prof. Gehrke auch ab und zu.