„Moin Hamburg!“, sagt
Sandra von Ruffin

Sandra von Ruffin | Foto: Stefan Klüter

Sie sind die Tochter der Schlagersängerin Vicky Leandros. Warum sind Sie Schauspielerin geworden, anstatt in die Fußstapfen Ihrer Mutter zu treten?
Die Berufe meiner Eltern waren immer unerheblich für mich. Ich folge meinen eigenen Leidenschaften.

Ihr aktueller Film „Das letzte Mahl“ behandelt historischen Stoff: Es geht darum, wie eine jüdische Familie Hitlers „Machtergreifung“ 1933 erlebt. Was fasziniert Sie an dieser Rolle?
Der Film ist ein sehr feines Kammerspiel geworden, in dem ich eine deutsch-jüdische Bolschewistin spiele. Mich hat vor allem der Mix aus totaler Überzeugung, böser Vorahnung und – aus heutiger Sicht – Naivität fasziniert, mit der meine Rolle, aber auch die anderen Mitglieder dieser Familie diskutieren.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Geht nicht, gibt’s nicht.

Sie sind zweisprachig erzogen worden und engagieren sich mit dem griechischen Filmfestival „Hellas Filmbox“, für deutsch-griechische Beziehungen. Was ist Ihre Botschaft?
Wir wollen dem anhaltenden Negativbild Griechenlands in vielen deutschen Medien etwas entgegensetzen – eine andere Facette Griechenlands, eine andere Seite der Krise zeigen. Ende Juni kommen wir auch nach Hamburg und zeigen unsere herausragenden Gewinnerfilme!

Aufgewachsen auf Gut Basthorst nahe Hamburg, gingen Sie in London zur Schauspielschule und wohnen jetzt in Berlin. Wie sehr ist der Norden Ihre Heimat geblieben?
Sehr! Obwohl ich nicht dort lebe ist Basthorst für mich fast wie ein heiliger Ort. Ich versuche immer wenn ich Zeit habe hinzufahren. Ich liebe diesen Ort und empfinde ihn als einen der schönsten Plätze der Welt.

Was ist für Sie typisch hamburgisch?
Der Hafen und das Zwick.

In Hamburg sagt man Tschüss. Was sagen Sie?
Ciao Ciao Ciao Ciao, meistens sehr laut 4 bis 5 Mal hintereinander. Ich finde Verabschiedungen furchtbar.


Über Sandra von Ruffin:

Die 29-jährige Schauspielerin kommt aus einer griechischen Künstlerfamilie und ist auf dem idyllisch gelegenen Gut Basthorst aufgewachsen. Mit 16 Jahren verlässt sie das elterliche Haus von Enno Freiherr von Ruffin und Vicky Leandros, um ihr Abitur an einem Londoner Internat zu absolvieren. Im Anschluss studiert Sandra von Ruffin Kulturwissenschaften, Kunstgeschichte, Neuere und Neueste Geschichte an der Humboldt Universität Berlin und schließt 2011 mit Magister ab. Zeitgleich nimmt sie Schauspielunterricht und spielt mit 22 Jahren ihre erste Fernsehrolle in „SOKO Wismar“ (ZDF). Direkt nach dem Studium kehrt sie nach London zurück, um ihre Fertigkeiten an der London Academy of Music and Dramatic Arts (LAMDA) zu vertiefen. Seit 2013 wohnt Sandra von Ruffin in Berlin und ist inzwischen in zahlreichen deutschen und deutsch-griechischen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Neben der Schauspielerei bereitet sie sich derzeit auf ihre Doktorarbeit vor. Als Mitbegründerin und Festival Direktorin des ersten griechischen Filmfests in Deutschland – Hellas Filmbox – engagiert sich Sandra von Ruffin für deutsch-griechische Beziehungen.