Lindner: Tradition von Hamburg bis Timmendorfer Strand

Das Ehepaar Lindner auf der Kurpromenade. Er trägt eine Rolex Yachtmaster am Handgelenk. Sie empfiehlt als Must-have für Frauen die aktuelle Kollektion von Tamara Comolli.
Foto: Kristina Kolbe für HANSEstyle

Die Geschichte des heute von Susanna und Mike Lindner in fünfter Generation geführten Familienunternehmens beginnt im Jahr 1830.

Die Vorfahren von Mike Lindner haben als Silbermacher im nordöstlich von Hamburg gelegenen Itzehoe gelebt und Gegenstände für den alltäglichen Bedarf hergestellt. Um 1920 dann der Einzug in die Hamburger Collonaden durch Großvater A.W. Blohm, der in der „Schatzkammer“ anfänglich mit Antiquitäten handelte, bevor er sich auf Uhren konzentrierte. In den 60er Jahren die Unternehmensvergrößerung mit dem Umzug in die Esplanade und der Gründung einer zweiten Niederlassung am Gänsemarkt. In Timmendorfer Strand beginnt die Erfolgsgeschichte 1962, als Erika Lindner, geborene Blohm, die dortige Dependance eröffnet. Heute konzentrieren sich Inhaber Mike und seine Frau, Susanna Lindner, die das Geschäft 1993 übernahmen, voll auf ihren Standort an der Ostsee.

Halten Sie verschiedene Funktionen bei Luxusuhren für wichtig oder übernehmen Uhren maßgeblich eine Accessoire-Funktion?
In erster Linie wird von Uhren die Anzeige der Zeit erwartet. Man wünscht sich Funktionen hauptsächlich der Optik wegen – zum Beispiel bei den Chronographen. Die wenigsten Kunden nutzen die vielen technischen Möglichkeiten ihrer Uhren. Wer tauchen geht, hat eher seinen Tauchcomputer dabei, wer läuft, trägt seine Pulsmessuhr. In der Regel wird die Optik und nicht die Funktion verlangt.

Können Sie den unterschiedlichen Luxusmarken einen bestimmten Charakter zuordnen?
Jede Marke hat ihr Image, die den Käuferkreis entsprechend einschränkt. Zu einem älteren Notar passt zum Beispiel eine elegante, schön flache Jaeger-LeCoultre mit Lederarmband. Einem jüngeren Mann würde ich wohl eher eine Breitling empfehlen. Eine Patek Philippe ist – schon wegen des Preises – nicht unbedingt etwas für einen 18-Jährigen. Für ihn ist jedoch eine Tudor interessant, die Schwestermarke von Rolex. Alles wird in der Fabrik von Rolex hergestellt, hat Rolex-Qualität, jedoch zum Preis von Tudor.

Sind Goldarmbänder bei Uhren noch erlaubt?
Eigentlich nicht. Und wenn, dann nur Weißgold oder Platin.

Was unterscheidet Ihre Gemeinde von anderen?
Timmendorfer Strand ist ein Ostseebad im Grünen, die Landschaft ist wirklich schön. Als eines der wenigen Ostseebäder hat es eine voll funktionierende Infrastruktur, die ganz natürlich gewachsen ist.

Haben Sie je überlegt, einen zweiten Standort zu eröffnen?
Die Frage haben meine Frau und ich uns 1993, nachdem ich meiner Mutter das Geschäft abgekauft habe, gestellt. Wir haben uns gegen eine Filialisierung entschieden. Unser Konzept ist: Draußen steht Lindner drauf, und Lindner steht auch drinnen.