Laser statt Operation:
Punktgenaue Heilung

„In der Strahlentherapie wurden die Heilungschancen verbessert.“
- PD Dr. Fabian Fehlauer | Foto: Corinna Nogat für HANSEstyle

Top-Mediziner

Privatdozent Dr. med. Fabian Fehlauer ist Mitgründer und ärztlicher Leiter des Strahlenzentrums in Hamburg. In HANSEstyle spricht er über das Strahlen-Skalpell „CyberKnife“, Heilungsquoten und den Gesundheitsstandort Hamburg.

5 FRAGEN AN PD DR. FEHLAUER

1. Warum haben Sie sich für die Strahlentherapie entschieden?
Die Strahlentherapie als eigenständiges Fachgebiet lernte ich im Rahmen eines Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Amsterdam kennen und schätzen. Der hohe Stellenwert als eine der wichtigen Säulen innerhalb der Krebsheilkunde war dort nicht zu übersehen: hochpräzise Behandlungen mit kombinierten Konzepten waren bereits Standard.
Als Arzt wurde mir dort klar, dass es möglich ist, mit einem perfekt eingespielten Team Krebserkrankungen zu heilen oder zumindest die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

2. Sie behandeln im Strahlenzentrum auch mit dem CyberKnife; es ist ein Gerät, von dem es nur wenige in Deutschland gibt. Was macht es so besonders?
Das CyberKnife ist quasi ein „Strahlen-Skalpell“. Die Behandlung ist so effektiv wie eine Operation. Mit einer oder mehreren Behandlungen kann ein Tumor eliminiert werden. Dies geschieht vollständig ambulant und ohne Narkose oder relevante Nebenwirkungen.
Mit dieser radiochirurgischen Methode können auch Prostatakrebs im Frühstadium oder Absiedlungen verschiedener Krebsarten behandelt werden, insbesondere des Kopfes, der Lunge und der Leber.

3. Welchen Fortschritt gab es in der Strahlentherapie in den letzten Jahren und wie hat sich dieser Fortschritt auf die Heilungsquote ausgewirkt?
Die Heilungsmöglichkeiten in der Krebstherapie haben sich durch die optimale Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachgebiete deutlich verbessert, da in Deutschland flächendeckend mit einheitlichen Konzepten und Leitlinien behandelt wird. Die Grundlage sind die regelmäßig stattfindenden interdisziplinären Tumorkonferenzen der onkologischen Schwerpunktkliniken.
In der Strahlentherapie wurden die Heilungschancen verbessert, unter anderem durch die moderne Strahlen-Technologie. Dadurch ist eine präzisere Anwendung mit weniger Reizerscheinungen oder Strahlenfolgen möglich.

4. Das Strahlenzentrum ist eines der Gründungsmitglieder des „cancer fighting centers“. Was versprechen Sie sich von dieser Initiative?
Hier geht es um eine gemeinsame Bündelung und Vernetzung der Interessen der etablierten onkologischen Zentren und Unternehmen, die sich im Bereich der hochspezialisierten Medizin-Technologie bewegen. Es geht aber auch um Medien, Marketing und Tourismus.
Es handelt sich also um das Standortmarketing Hamburg zur Verbesserung in der internationalen Wahrnehmung und dies nun erst einmal bezogen auf die Behandlung von Krebserkrankungen. Auch hier kann Hamburg nur gewinnen.

5. Wie schätzen Sie den Gesundheitsstandort Hamburg im nationalen sowie internationalen Vergleich ein?
Hamburg ist auch meine Perle! Als Metropolregion betrachtet hat Hamburg in Deutschland die Nase vorn. Es gibt für Patienten meines Erachtens keinen Grund sich in eine andere Region für eine Diagnostik oder Behandlung zu begeben, da in Hamburg in allen Disziplinen Spitzenmedizin angeboten wird. National also eine glatte 1. Die überregionale Wahrnehmung muss noch weiter verbessert werden. In diesem Zusammenhang finde ich die Initiative „cancer fighting center“ der Handelskammer Hamburg und des Vereins Gesundheitswirtschaft Hamburg eine richtige und wichtige Maßnahme.

Im Gespräch mit: Paulin Schöber


Über PD Dr. Fabian Fehlauer:

Fabian Fehlauer ist in Hamburg geboren, aufgewachsen und hat hier studiert. Die Ausbildung absolvierte er an den Universitätskliniken Lübeck, Amsterdam und dem UKE. Promotion und Habilitation erfolgte in Hamburg. Fabian Fehlauer ist niedergelassener Facharzt für Strahlentherapie mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Wohnhaft ist er mit seiner Familie in Flottbek. Er ist verheiratet und hat eine Tochter (10) und einen Sohn (12). Ehrenamtlich betreut er gemeinsam mit seiner Ehefrau Kirsten das Krebs-Kinder-Hilfsprojekt „Hamburger Sternschnuppe e.V.“. Seine Hobbys sind Hockey, Golf und die Ostsee.


Über das Strahlenzentrum Hamburg:

Das Strahlenzentrum Hamburg (SZHH) gehört zu den modernsten medizinischen Versorgerzentren für Strahlenmedizin, Radiochirurgie und Diagnostik. Patienten aus ganz Deutschland und dem Ausland werden hier erfolgreich von einem ausgewiesenen Expertenteam aus erfahrenen Ärzten, Diplom-Ingenieuren, Physikern und medizinischen Fachangestellten in hotelähnlicher Atmosphäre interdisziplinär behandelt. Die Einsatzgebiete der Strahlentherapie und Radioonkologie umfassen gutartige und bösartige Erkrankungen. Bei den bösartigen Erkrankungen leistet die moderne Strahlentherapie einen bedeutenden Beitrag zur Tumorheilung.