Ein sportliches Therapiekonzept:
Analyse, Medizin, Teamarbeit

„In Zukunft ist die enge Zusammenarbeit von Sportmedizin und -orthopädie nicht mehr wegzudenken.“ - Dr. Catalá-Lehnen
Foto: Ulrich Lindenthal-Lazhar für HANSEstyle

Top-Mediziner

Seit Dezember 2014 ist Dr. med. Philip Catalá-Lehnen der Ärztliche Direktor des Zentrums für Sport- und Regenerationsmedizin, Lans Medicum.  In HANSEstyle berichtet der ehemalige leitende Mannschaftsarzt der Fußball-Bundesligamannschaft des HSV über seine Schwerpunkte und Visionen in der Sportmedizin.

DR. CATALÁ-LEHNEN ÜBER …

…einen typischen Arbeitstag
Dieser beginnt mit einer heißen Tasse LansMed-Tee und dem morgendlichen Meeting mit Physiotherapeuten, Sportwissenschaftlern und Kollegen. Hier werden die Therapiekonzepte für die Patienten entwickelt. In der anschließenden Sprechstunde kümmere ich mich um die akuten Sportunfälle. Über den Tag verteilt gilt es immer wieder Anfragen von Patienten und Sportlern zu klären. Sie beziehen sich beispielsweise auf das Training, den Einsatz von Medikamenten und deren Dopingrelevanz oder auf Verletzungen, welche die gesamte Bandbreite der Sportmedizin betreffen. Da ich außerdem eine Fußballmannschaft betreue, stehe ich nach dem abendlichen Training auch zum Abklären von relevanten Fragen zur Verfügung.

… den ganzheitlichen Ansatz bei der Sicht auf den Patienten
Die heutige Schulmedizin, die ich fast als Spitzenmedizin bezeichnen würde, leitet uns sehr gut. Sie sollte aber mit Fokus auf die individuellen Bedürfnisse der Sportler durch ganzheitliche Diagnostik und Therapie ergänzt werden. Auch aufgrund der hohen Ansprüche der Athleten, ihrer Berater und Trainer ist die ganzheitliche Beratung inzwischen notwendig. Der schnelle Erfolg – sowohl im Profisport als auch bei dem normalen Patienten – gibt uns mit dieser Behandlungsphilosophie Recht. Als Grundlage für eine individuelle Therapie dient uns dabei immer eine ausführliche Anamnese und Diagnostik.

… Schmerz, Muskeln und Behandlung
Die Behandlung von Muskelproblemen und Verletzungen, wie der Faserriss oder die Sehnenreizung, ist ein Schwerpunkt in der Sportmedizin. Hier ist meine Erfahrung aus dem Profifußball von großem Vorteil, da neben der Therapie auch immer die umfassende Analyse der Ursache der Probleme zur Vermeidung einer zukünftigen Verletzung durchgeführt wird. Dies geschieht über die Berücksichtigung des Stoffwechsels, der Mineralien und der Hormone im Blut des Patienten und ebenso durch die Kontrolle der Wirbelsäulen-, Beinachsen- und Fußstatik. Wir führen dies im Lans Medicum standardmäßig durch, da insbesondere im intensiven Profi- oder Freizeitsport dieser umfassende Ansatz zwingend notwendig ist.

… Tipps zur sportlichen Gesunderhaltung
Jeder aktive aber auch angehende Sportler sollte seinen Körper einmal im Rahmen einer sportmedizinischen Untersuchung durchchecken lassen. So lassen sich eventuelle Herzprobleme oder Gelenkschäden ausschließen und es kann ein Trainingsplan beziehungsweise eine individuelle Empfehlung bezüglich der sportlichen Belastbarkeit abgeleitet werden.

… konservative Methoden und Operation
Nicht jeder Meniskusschaden oder Bandscheibenvorfall muss operiert werden. Eine klare Abwägung von Für und Wider ist unerlässlich. Insbesondere die Möglichkeiten der konservativen therapeutischen oder präventiven Behandlung sollten dem Patienten erläutert werden, damit dieser eine sinnvolle Entscheidung treffen kann. Kommt es jedoch zweifelsfrei zu einer OP-Indikation, haben wir ein regionales und überregionales Netzwerk von spezialisierten Operateuren erstellt, aus welchem der Patient selbst wählen kann. Die anschließende Reha bieten wir als ein Komplexprogramm von verschiedenen medizinischen Disziplinen und enger Kommunikation mit den Operateuren an.

… seine beruflichen Visionen
In Zukunft ist die enge Zusammenarbeit von Sportmedizin und -orthopädie nicht mehr wegzudenken. Wir sind als einer der Vorreiter in Hamburg mit dieser Philosophie erfolgreich. Daneben liegt mir die Behandlung und sportmedizinische Begleitung von Nachwuchssportlern mit meinem kompletten Team besonders am Herzen. Auch, weil sich die Sportorthopädie zukünftig immer mehr an der Komplexität des Bewegungsapparates ausrichten muss. Das heißt, der Austausch zwischen Sportorthopäden, Physiotherapeuten, Masseuren, Osteopathen und Sportwissenschaftlern ist für das Erkennen von Störungen im Bewegungsapparat unerlässlich. Nur so lässt sich eine erfolgreiche Therapie planen und effektiv durchführen.

Im Gespräch mit: Daniela Stubbe


Über Dr. Philip Catalá-Lehnen:

Nach dem Studium der Sportwissenschaften und Medizin absolvierte Philip Catalá-Lehnen seine Ausbildung zum Facharzt an der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Dort und an der Rheumaklinik Bad Bramstedt erwarb sich der 43-Jährige weiteres Fachwissen und arbeitete als Arzt am Institut für Osteologie und Biomechanik des UKE. Dr. Catalá-Lehnen verfügt über die Zusatzbezeichnungen „Sportmedizin“ und „Spezielle Unfallchirurgie“. Er war von 2011 bis zu seinem Beginn am Lans Medium Ärztlicher Leiter des UKE Athletikums (Kompetenzzentrum für Sport- und Bewegungsmedizin). 


Über das LANS Medicum Hamburg:

Im Zentrum für Sport- und Regenerationsmedizin in der Alten Oberpostdirektion am Stephanplatz befassen sich Fachärzte, Osteopathen, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler gemeinsam mit medizinischen Fragen rund um die Bewegung und Ernährung. Dazu gehören akute oder chronische Sportverletzungen ebenso wie ein internistischer Check-up, Kraft- und Ausdauertests sowie individuelle Bewegungstherapien und medizinische Rehabilitationsmaßnahmen nach Operationen.