Diagnose Brustkrebs

„Generell gilt: Jeder ertastbare Knoten muss abgeklärt werden.“ - Prof. Dr. Eckhard Goepel | Foto: Tim Wendrich für HANSEstyle

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Jedes Jahr erkranken deutschlandweit 76.000 Frauen an Brustkrebs – eine erschreckend hohe Zahl, die zum Nachdenken anregt. Im Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem wird betroffenen Patientinnen die bestmögliche Therapie geboten, um den Krebs zu besiegen. Im Gespräch mit HANSEstyle erklärt Prof. Dr. Eckhard Goepel, Facharzt für Frauenheilkunde, wie Sie vorsorgen können und welche Vorteile eine Behandlung im Mammazentrum hat.

FRAGEN AN PROFESSOR GOEPEL

Worauf fußt Ihre Entscheidung für das Fachgebiet der Frauenheilkunde?
Mein Vater war ebenfalls Gynäkologe, wodurch ich von klein auf miterlebt habe, wie der Alltag eines Frauenarztes aussieht. Meine weitere berufliche Entwicklung wurde dann sehr durch meinen alten Schulfreund und heutigen Praxispartner Dr. Timm C. Schlotfeldt beeinflusst, mit dem ich mich kurz nach meiner Professur in Hamburg als Frauenarzt im Krankenhaus Jerusalem niedergelassen habe.

1996 haben Sie das Mammazentrum am Krankenhaus Jerusalem ins Leben gerufen. Was hat Sie zu der Gründung bewogen?
Dr. Schlotfeldt und ich haben schon sehr bald nach Beginn unserer belegärztlichen Tätigkeit im Krankenhaus Jerusalem versucht die verschiedenen Fachrichtungen, die in der Brustkrebs-Therapie existieren, unter einem Dach zu bündeln. Die Idee dazu ist bereits während unserer Zeit am UKE entstanden. Die Gründung des Mammazentrums ermöglicht heute ein Behandlungsangebot unter Integration verschiedener Fachrichtungen, wie zum Beispiel Strahlentherapie, Psychoonkologie und Komplementärmedizin. Mittlerweile sind wir sechs Partner und leiten das Mammazentrum gemeinschaftlich mit insgesamt zwölf Ärzten.

Welche Vorteile bietet die Behandlung im Mammazentrum und was zeichnet sie aus?
Aufgrund der Spezialisierung durch die Integration des Mammazentrums kann die Pflege optimal auf die Bedürfnisse der Patientinnen abgestimmt werden. Das Besondere ist außerdem, dass bei uns fachübergreifend sowohl die Diagnostik als auch die operativen Eingriffe und – in Zusammenarbeit mit einer onkologischen Praxis – auch die Chemotherapie, stattfinden. Im Mammazentrum bieten wir eine Reihe innovativer Konzepte, die zum Teil durch die Dorit & Alexander Otto Stiftung oder unsere eigene, die Stiftung Mammazentrum Hamburg, getragen werden. Dazu gehören unter anderem die Psychoonkologie und die traditionelle chinesische Akupunktur-Medizin. Derzeit testen wir eine Kühlkappen-Therapie, bei der die Patientinnen eine Kühlkappe erhalten, die während der Chemotherapie den Haarverlust bedeutend reduziert. Bisherige Erfolgsquote: 70 bis 80 Prozent.

Welche Arten von onkologischen Vorsorgeuntersuchungen gibt es? Ab welchem Alter und in welchen Abständen sollten diese durchgeführt werden?
Generell gilt: Jeder ertastbare Knoten muss abgeklärt werden. Auch wenn es keine Leitlinien gibt, raten wir Frauen ab 40 zu einer Basis-Mammographie. Je nach Befund sollte nach zwei Jahren eine erneute Mammographie oder in regelmäßigen Intervallen eine Ultraschalluntersuchung stattfinden. Für Frauen zwischen fünfzig und siebzig Jahren gibt es das bundeseinheitliche, kostenfreie Mammographie-Screening.

Inwieweit macht es Sinn genetische Testungen in Anspruch zu nehmen und was raten Sie bei dem Ergebnis eines erhöhten Brustkrebsrisikos?
Wir führen jede Woche onkologische Tumorkonferenzen durch, bei denen auch die Humangenetiker anwesend sind. Dort wird entschieden, ob eine genetische Testung sinnvoll ist. Dies kann beispielsweise der Fall sein bei jüngeren Frauen, in deren Familie es bereits Fälle von Brustkrebs gibt. Nach einer Testung wird individuell entschieden, was wir der Patientin raten. Sollte das entsprechende Gen nachgewiesen werden, bedeutet das nicht immer, dass eine komplette Brustentfernung nötig ist. Regelmäßigere und intensivere Kontrolluntersuchungen sind ebenfalls eine Option.

Was tun Sie persönlich zum Erhalt Ihrer Gesundheit?
Ich tue alles, was meine Frau mir empfiehlt. Ich jogge einmal die Woche um die Alster und ich gehe schwimmen.

Im Gespräch mit: Florian Schmidt


Über Prof. Dr. Eckhard Goepel:

Schon immer war es der Wunsch von Professor Dr. Eckhard Goepel, Arzt zu werden und so die Familientradition in achter Generation fortzusetzen. Das Medizinstudium absolvierte er in Kiel und Hamburg, im Anschluss arbeitete er als Assistenzarzt im UKE. Nach seiner Universitätsprofessur im Jahr 1992 ließ sich der Gynäkologe im Jerusalem Krankenhaus nieder. Als Gründer und Leiter des Brustkrebszentrums Mammazentrum Hamburg bietet Prof. Dr. Goepel innovative Therapien zur Behandlung von Brustkrebs an. Mit der Stiftung Mammazentrum Hamburg ermöglicht er vielen Patientinnen unterstützende Zusatzleistungen. Weitere Infos: www.stiftung-mammazentrum-hamburg.de