Das Innenstadtgespräch: Falko Droßmann

City Managerin Brigitte Engler und Bezirksamtleiter Falko Droßmann zu Besuch bei HANSEstyle | Foto: Marius Engels für HANSEstyle

Für jede HANSEstyle trifft Hamburgs City Managerin, Brigitte Engler, Menschen, die die Hamburger Innenstadt bewegen. Diesmal: Falko Droßmann, den Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte.

Brigitte Engler: Sie sind 2001 in die Politik gegangen, um etwas gegen Ronald Schill zu unternehmen. Was treibt Sie 2017, nach rund 16 Jahren Kommunalpolitik in Hamburg-Mitte, an?
Bezirksamtsleiter Falko Droßmann: Es motiviert mich, mitgestalten zu können und damit auch etwas zu bewegen. Manchmal braucht es einfach eine klare Entscheidung und nicht die Verschleppung vernünftiger und längst überfälliger Entscheidungen durch endlos lange „Bedenkenträgerei“. Es geht mir darum, unser Gemeinwesen mit zu organisieren, Kompromisse auszuhandeln und allen Menschen ihren Platz in unserer Stadt, die voller unterschiedlicher Lebensentwürfe ist, zu sichern.

Sie waren Fraktionsvorsitzender, haben sich zum Beispiel im Jugendhilfeausschuss und als verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher engagiert. In wieweit profitieren Sie in Ihrer heutigen Rolle als Bezirksamtsleiter von Ihrem früheren Engagement?
Natürlich habe ich während meiner Zeit in der Bezirksversammlung schon einen großen Einblick in die Struktur und in die Abläufe, aber auch in die drängendsten Handlungsfelder erhalten. Ich wusste also, wie die Bezirksverwaltung tickt. Während meiner Zeit als Abgeordneter habe ich genauso die Lebenswirklichkeit – die großen und kleinen Probleme und Bedürfnisse der Menschen – kennengelernt. Nun bin ich als politischer Beamter Bindeglied zwischen professioneller, übergeordneter Verwaltung und örtlichen Bedürfnissen.


„… generelle SonntagsöffnungenJa oder Nein – wird ein Thema  sein, das uns begleitet.“ – Bezirksamtsleiter Falko Droßmann

Eines der großen Projekte ist die Eingliederung der HafenCity in den Bezirk. Welche sind hierbei die beiden größten Diskussionspunkte und wie stehen Sie dazu?
Als Bezirksamtsleiter ist mir in erster Linie wichtig, wie dieser Eingliederungsprozess nahtlos erfolgen kann. Die Unterhaltung der öffentlichen Flächen erfolgt heute auf einem sehr hohen Standard. Den wollen wir als Bezirksverwaltung halten. Dazu ist eine vernünftige Ausstattung mit den entsprechenden finanziellen Mitteln erforderlich. Ich denke, da wird noch ein hartes Stück Überzeugungsarbeit nötig sein. Auch die Situation der Gewerbetreibenden bzw. des Einzelhandels in der HafenCity – die Frage: generelle Sonntagsöffnungen Ja oder Nein – wird ein Thema sein, das uns begleitet. Schon in wenigen Jahren wird die HafenCity ein ganz normaler Stadtteil mit tausenden von Menschen und Familien sein.

Interessante Gespräche über die City und HafenCity | Foto: Marius Engels für HANSEstyle

Sie sorgen für mehr Sauberkeit und Sicherheit am Hauptbahnhof. Welches Ziel verfolgen Sie und welche Maßnahmen haben Sie bereits ergriffen?
Seit Februar erfolgt die Reinigung der gesamten Fläche aus einer Hand durch die Hamburger Stadtreinigung – mit zusätzlichen Nassreinigungen und Erhöhung der Reinigungsfrequenzen. Mit Brettern vernagelte Fensterfronten wurden freigelegt, nicht benötigte Bunkeranlagen abgerissen und Fahrradschrott entfernt, die Beschilderung rund um den Bahnhof wurde gereinigt bzw. erneuert, die Bahnwache ist präsenter. Ziel ist eine deutliche Verbesserung der Sauberkeit und des subjektiven Sicherheitsempfindens der Nutzerinnen und Nutzer. Klar gibt es noch einiges zu tun, aber wir bleiben dran!

Wie wichtig ist eine gut funktionierende Innenstadt – für den Bezirk Hamburg-Mitte einerseits und für die internationale Strahlkraft Hamburgs andererseits?
Irgendwie assoziiert man Städte – egal ob Paris, Barcelona, London – doch immer mit ihren Innenstädten und weniger mit den dazugehörigen Außenbezirken. Hamburgs neuer Magnet ist ohne Zweifel die Elbphilharmonie, jedoch ist eine einladende, gut funktionierende Innenstadt in ihrer Gesamtheit neben den „Leuchttürmen“ ein ebenso wichtiges Puzzleteil für die internationale Strahlkraft Hamburgs. Aber nicht zu vergessen: Eine Stadt soll primär ihren Bewohnerinnen und Bewohnern Lebensqualität bieten. Hier sehe ich wiederum meine Aufgabe, den manchmal schwierigen Spagat zwischen diesen legitimen Bedürfnissen und den Ansprüchen an ein Metropolenzentrum bestmöglich zu managen.


Über Bezirksamtsleiter Falko Droßmann:

Falko Droßmann, Berufssoldat und Oberstleutnant der Luftwaffe, wurde 1973 im oberbergischen Wipperfürth geboren. Nach seiner Ausbildung bei der Polizei und dem Abitur an einem Wirtschaftsgymnasium studierte er Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr. Falko Droßmann trat 2001 in die SPD ein. Seit 2004 war er Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte und seit 2011 Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion. Bevor Falko Droßmann im März 2016 zum Bezirksamtsleiter ernannt wurde, leitete er an der Helmut-Schmidt-Universität einen Fachbereich mit rund eintausend Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.


Über Brigitte Engler:

Brigitte Engler ist seit dem Jahr 2006 Geschäftsführerin des City Management Hamburg. Ihre umfangreichen beruflichen Erfahrungen erwarb die studierte Betriebswirtin zuvor in verschiedenen Tätigkeitsfeldern bei der Peek & Cloppenburg KG in Hamburg. Parallel engagiert sich die gebürtige Münsteranerin in den Aufsichtsräten der Hamburg Tourismus GmbH und der Hamburg Messe und Congress GmbH. Seit dem Jahr 2013 ist sie zudem als Vorstandsmitglied im Tourismusverband Hamburg tätig.
Das City Management wurde vor 17 Jahren gegründet und ist der Zusammenschluss der Anlieger in der Hamburger Innenstadt und der HafenCity. Über 850 Partner engagieren sich in diesem Netzwerk, um Hamburgs Innenstadt im nationalen und internationalen Wettbewerb zu stärken.