Caro Daur

„Das Oberteil vom VooStore aus Berlin, die Bluse von Edited und meine neueste Errungenschaft – eine Umhängetasche von Chanel – ergeben ein lässiges Outfit, in dem ich einen entspannten Tag in Hamburg verbringen kann.“ - Caro Daur | Foto: Tim Wendrich für HANSEstyle

Eine waschechte Hamburger Deern ist sie. Hübsch, blond, jung und mit mehr als 800.000 Followern auf Instagram mittlerweile ein Social-Media-Star. Caro Daur gehört zu den erfolgreichsten Bloggerinnen Deutschlands. Bei ihrem Besuch in der HANSEstyle-Redaktion gibt die 21-Jährige Einblicke in ihr Privat- und Berufsleben.

Caro Daur hat in den letzten Jahren eine der größten Social-Media-Communities Deutschlands und mit ihrem Blog www.carodaur.com eine Marke geschaffen. Knapp eine Million Menschen folgen ihr auf Instagram und finden in ihren Bildern, Reisen und Outfits tagtäglich Inspiration. Für Marken wie Levi’s oder Adidas ist sie in der ganzen Welt unterwegs. In HANSEstyle verrät die erst 21-jährige Studentin, wie es zu ihrem Erfolg kam, wie sie mit negativen Reaktionen umgeht und welches ihre Lieblingsplätze in Hamburg sind.

Der Weg zum Erfolg
Vor etwa drei Jahren begann der Hype um Social Media. Ich war von Anfang an dabei und hatte so vielleicht einen kleinen Vorsprung. Irgendwann wurde ich zu einem Event in der Kaisergalerie in Hamburg eingeladen. Dort lernte ich die ersten Blogger kennen, tauschte mich mit ihnen aus und konnte so die ersten Kontakte knüpfen. Als ich meinen Blog startete, hatte ich bereits 70.000 Follower auf Instagram. Ab und an haben auch bekannte Accounts meine Bilder auf ihrer Seite veröffentlicht, sodass ich von ihrer Community profitierte. Wie beim Schneeballeffekt kamen immer mehr Follower dazu.

Studium und Job unter einem Hut
Da mein Schwerpunkt im Studium auf dem Gebiet der Unternehmensführung liegt, passt das gut zu meinem Job als Blogger. Gern würde ich im nächsten Jahr auch meine Bachelorarbeit über das Thema „How I built my own business“ schreiben. Die ersten zwei Jahre meines Studiums studierte ich Vollzeit und ging zu jeder Vorlesung. Als ich merkte, dass ich die Inhalte auch selbst nacharbeiten kann, begann ich mit einem Teilzeit-Studium über acht Semester. Da ich mittlerweile kaum noch an der Uni bin, ist es mir manchmal unangenehm, wenn mich andere Studenten dort erkennen und bemerken, dass ich nicht regelmäßig vor Ort bin.

Die Sache mit den Freundschaften
Bereits nach dem Abitur haben sich viele Wege getrennt. Viele gingen ins Ausland, andere zum Studieren in eine andere Stadt. Ich bin ständig unterwegs. In dieser verrückten Social-Media-Welt ist es schwer Freundschaften zu pflegen, weshalb ich leider kaum noch enge Freundschaften habe. Wie in anderen Berufen ist es bei mir auch so, dass ich mittlerweile am meisten Zeit mit anderen Bloggern – sozusagen den Kollegen – verbringe.

Die Bedeutung von Auszeichnungen
Grundsätzlich ist es so, dass ich mich immer darüber freue, wenn meine Arbeit anerkannt wird. Auch wenn mich jemand auf der Straße anspricht, ist das eine große Ehre. Über Auszeichnungen freue ich mich ebenfalls sehr. Der Bunte New Faces Award zum Beispiel wurde vergeben durch die Stimmen von etwa 30.000 „echten“ Menschen, die sich die Zeit genommen haben, um abzustimmen. Außerdem glaube ich, dass solche Auszeichnungen für die Karriere eines Bloggers förderlich sein können.

Zum HANSEstyle Shooting hat Caro Daur eines ihrer Lieblingsoutfits mitgebracht | Foto: Tim Wendrich für HANSEstyle

So funktioniert Social Media
Es kommt auf die Persönlichkeit an. Selbst wenn jemand den besten Stil der Welt hat – wenn derjenige seine Outfits immer nur vor einer weißen Wand fotografiert, dann ist er schnell austauschbar. Man muss Charakter zeigen, um die Leute über Social Media an sich zu binden. Es geht nicht nur darum sich selbst, sondern ein Stück weit auch sein Leben darzustellen.

Der Umgang mit negativen Reaktionen
Hier und da gibt es natürlich auch mal einen negativen Kommentar. Von Shitstorms bin ich aber bisher verschont geblieben. Ich veröffentliche grundsätzlich immer, wonach mir gerade ist und mache mir vorab nicht zu viele Gedanken. Irgendwann muss man sich ein dickes Fell wachsen lassen. Trotzdem nehme ich mir jeden Kommentar zu Herzen.

Die berufliche Zukunft
Ich habe zwei Jahre bei Michael Page, einer Personalberatung, gearbeitet und diese Arbeit geliebt. In meinem Job ist mir der Kontakt zu Menschen wichtig. Sollte das Bloggen in der Zukunft nicht mehr funktionieren, kann ich mir gut vorstellen wieder im Personalwesen zu arbeiten.

Privat bleibt privat. Oder?
Ich veröffentliche nichts, was mit Streitereien oder sehr persönlichen Angelegenheiten zu tun hat. Trotzdem: Eine Grenze zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zu ziehen, finde ich schwierig. Es gibt Dinge, die man nicht gezielt verbergen kann. Außerdem merke ich, dass die Follower gern an meinem Privatleben teilnehmen.

Vorbild: Eltern
Meine Eltern streiten sich nie. Mein Vater ist eher zurückhaltend, meine Mutter eher extrovertiert. Das spielt gut zusammen. Meine Eltern zeigen mir, dass es keinen Grund gibt zu streiten. Das ist das Wichtigste, was sie mir mit auf den Weg gegeben haben.

Caro unterwegs in Hamburg
Zum Frühstück gehe ich gerne in die Nord Coast Coffee Roastery in der Altstadt und zum Dinner mit Familie oder Freunden ins Henny’s in Winterhude. Zum Bummeln bin ich am liebsten in der Gegend rund um den Gänsemarkt oder in Eppendorf. Für ein gutes Training kann ich das Fitnessstudio Aspria empfehlen und natürlich die Joggingrunde um die Alster.

Hamburg – eine Social-Media-Stadt?
Viele Blogger kommen aus Hamburg. Dennoch denke ich, dass Hamburg nicht die beste Stadt ist, um in der Social-Media-Branche zu arbeiten. Hier passiert vergleichsweise wenig. In Berlin beispielsweise ist mehr los, teilweise gibt es drei Events an einem Abend. Daher bin ich manchmal mehr dort als hier in Hamburg.

Bitte lächeln, Hamburg!
In Hamburg gibt es viele fotogene Ecken, an denen man schöne Fotos produzieren kann. Die HafenCity eignet sich super zum Shooten, da sie clean und aufgeräumt ist. Toll finde ich auch die Außen- und Binnenalster und Eppendorf.

Die Welt entdecken
Ich liebe es zu reisen. Manchmal bekomme ich schon nach einem Tag zu Hause wieder Fernweh. Auch wenn ich immer gern in meine eigenen vier Wände komme, habe ich nach ein paar Tagen wieder das Bedürfnis zu verreisen. Mein Lieblingsziel in 2016 war Los Angeles, dort fühle ich mich einfach wohl.

Selfie-Time: Bloggerin Caro Daur mit Redakteurin Louisa Wölke an einem ihrer Lieblingsplätze, der Alster

Der Umgang mit Körperidealen
Ich war schon immer schlank und habe viel Sport gemacht. In der Gesellschaft anderer junger Frauen merke aber auch ich, dass manchmal Druck entsteht. Ich finde es schade, dass das Thema Körperideale überhaupt so präsent ist und hoffe, dass das in Zukunft nicht weiter verstärkt wird.

So hält Caro sich fit
Früher habe ich sehr viel Sport gemacht. Mittlerweile komme ich nicht mehr oft dazu. Maximal 20 bis 30 Minuten, zwei- bis dreimal die Woche. Ich mag alles, was mir Power abverlangt: Spinning, Boxen und um die Alster laufen gehören zu meinen Favoriten.

Das Gespräch führte: Louisa Wölke