Anna Bederke

Um ihr Studium „Regie“ zu finanzieren, arbeitete Anna Bederke als Model und Barkeeperin im Hamburger Schanzenviertel. Geld wurde dringend benötigt, denn auch die Kurzfilme, die sie in dieser Zeit drehte, mussten bezahlt werden. Eigentlich lief alles auf den Beruf der Regisseurin hinaus, bis der Filmemacher Fatih Akin – er war einer ihrer Dozenten während des Studiums – eine der tragenden Rollen in seiner Komödie „Soul Kitchen“ mit ihr besetzte. Seitdem bleibt für Anna Bederke kaum mehr Zeit für Regie, denn wenn sie nicht für Fernseh- oder Kinofilme zum Beispiel an der Seite von Matthias Schweighöfer (Schlussmacher / Frau Ella) vor der Kamera steht, heißt es Drehbücher lesen und neue Rollen auswählen. Die Reaktionen von Kollegen, Fans und Kritikern sind stets eindeutig: Sie wollen mehr von ihr sehen! Und so wird es kommen. Lernen Sie die außergewöhnliche Hamburgerin Anna Bederke schon jetzt besser kennen: 360 Grad – RUNDUM.

Fotos: Ulrich Lindenthal-Lazhar für HANSEstyle

Ich liebe meine Stadt. Geboren wurde ich in Wandsbek. In Altona lebe ich.

Umgezogen bin ich zuletzt vor etwa 10 Jahren.

Dass in Berlin so viel passiert, schmälert die Bedeutung Hamburgs nicht. Denn Hamburg ist völlig anders und nicht zu vergleichen.

Wenn man in Hamburg lebt, ist eine gute Beziehung zum Regen von Vorteil.

Während des Studiums habe ich Kurzfilme gedreht und bin viel herumgereist. Das war ganz schön teuer.

Im Alter von 16 Jahren bin ich das erste Mal von einer Casterin angesprochen worden. Obwohl es mich nie richtig interessierte, habe ich dann später doch ab und an gemodelt, und mir damit das Studium finanziert.

Da ich vom Modeln nicht abhängig sein wollte, habe ich zusätzlich in einer Bar gearbeitet. In der Dual Bar im Schanzenviertel. Fast zehn Jahre lang.

Meine Liebe zum Schauspiel hätte ich niemals ohne Fatih Akin entdeckt.

Fatih ist ein sehr uneitler, genauer und leidenschaftlicher Regisseur, der für seine Geschichten brennt. Das ist für Schauspieler ein Geschenk.

Während der Schulzeit habe ich mir einmal eine Minirolle in ein Schultheater-Stück hineingeschrieben: eine besoffene russische Polizistin, die traurige Lieder singt.

Mein Zugang zum Spielen ist ein sehr intuitiver. Spielen ist den Menschen in die Wiege gelegt. Wir spielen ja eigentlich rund um die Uhr irgendwelche Rollen.

Es gibt viele Wege, sich einer Rolle zu nähern. Zum Beispiel, indem man einige seiner Eigenschaften stärker betont, und andere wiederum weg lässt.

Für mich ist mein Beruf das, womit ich am meisten Zeit verbringe und hauptsächlich mein Geld verdiene. Das ist bei mir seit sechs Jahren die Schauspielerei.

Sechs Jahre schon. Das ist für mich ungewöhnlich, denn ich bin lieber der Gast, der zu einer Party kommt, und dann irgendwann auch wieder geht.

Ich mag Abwechslung und kann mich für unterschiedliche Dinge begeistern. Trotzdem habe ich Bewunderung für Menschen übrig, die sich einer Sache in ihrem Leben verschreiben können.

Es ist ein bisschen berufsfremd, aber: Ich muss nicht in der ersten Reihe stehen. Das liegt an meiner Freude daran, selber Dinge und Menschen zu beobachten. Manchmal aber auch an meiner Schüchternheit.

Mich treibt der Spaß an den Dingen an. Nicht unbedingt Ergebnisse.

Karriere um jeden Preis? Das gibt es bei mir nicht.

Wenn ich mich für etwas entscheide, dann mache ich das mit absoluter Leidenschaft.

Als Kind wollte ich Künstlerin oder Bäuerin werden.

Ich will selbstbestimmt leben.

Meine Freunde bemängeln an mir, dass ich zu wenig aus meinem Kram mache. Zum Beispiel aus meiner Fotografie.

Bei mir liegt viel in Schubladen rum. Deshalb bin ich sehr stolz, dass ich den Text zum Abschluss-Song meines neuen Films „Lena Love“ geschrieben habe.

Mein Zugang zum Spielen ist ein sehr intuitiver. Spielen ist den Menschen in die Wiege gelegt. Wir spielen ja eigentlich rund um die Uhr irgendwelche Rollen.

Seit langem schreibe ich an verschiedenen Drehbüchern, die nicht fertig werden. Das zeigt: Ich bin schlecht in Multitasking.

Permanent gibt es irgendwelche neuen Trends, neue Künstler, neue Musik, neue Dies und neue Das.

Manchmal erschlägt mich die Masse an Informationen, mit denen wir heute – auch durchs Internet – konfrontiert werden.
Wir leben in einer Zeit des Überflusses. Es passiert so viel. Dadurch besteht die Gefahr, dass die einzelnen Dinge uninteressant werden und dass die wenigen wirklich interessanten Dinge zu wenig Beachtung bekommen.

Wenn man als Stadt Kunst und Kultur will, dann braucht es Orte, an denen Kunst und Kultur stattfinden können. In Hamburg gibt es, gerade abseits vom Kommerz, zu wenige dieser Orte. Da muss mehr passieren.

Die Deichtorhallen mag ich. Da gehe ich gerne hin.

Ich mochte schon immer den ganzen Scorsese-Kram. Die ganze Mafia-Nummer fand ich gut.

Laufen, Yoga und manchmal gehe ich Pumpen. Das ist eine super Mischung.

Meistens ist es sehr nett, wenn mich Menschen erkennen und ansprechen.

Ich schwimme gern – aber hauptsächlich im Meer. Ich mag kein Chlor.

Ich bin oft ein Freund der Reduzierung.

Für Musik, Reisen und Bücher gebe ich am allerliebsten Geld aus.

Ich mochte schon immer den ganzen Scorsese-Kram. Die ganze Mafia-Nummer fand ich gut.

Neulich habe ich angefangen Bücher, die ich früher gern gelesen habe, wieder zu lesen. Wie „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse. Das Schöne ist, dass man die Bücher tatsächlich irgendwie neu liest.

Paulo Coelho war nie so mein Ding. Das ist mir zu sehr Popkultur-Esoterik. Da war mir’n bisschen Existentialismus von Camus oder Sartre lieber, (lacht).

Das letzte Buch, das mich total umgehauen hat? „Stoner“ von John Williams ist ein Wahnsinnsbuch!

Ich bin als Kind quasi ohne Fernseher aufgewachsen. Es gab zwar einen, aber der war schwarz-weiß und immer weggestellt.

Ich mochte schon immer den ganzen Scorsese-Kram. Die ganze Mafia-Nummer fand ich gut.

Das Leben ist so spannend, doch man hat nur bedingt Zeit, alles kennenzulernen und auszuprobieren.

Ich will immer wieder Neues sehen und entdecken.

Ich mache die Dinge, die ich machen will. Ich mache sie einfach.

Es gibt Momente, in denen ich faul bin. Das zeigt mir, dass mein Feuer für andere Dinge gerade nicht richtig brennt. So sind faule Momente wirklich gut zu entschuldigen.

Ich habe noch nichts in meinem Leben bereut.

Es ist schade, dass man sich in Deutschland oft auf das Scheitern, auf das Negative, konzentriert. Ich richte lieber den Blick auf die Dinge, die ich mag.

Es muss nicht alles klappen, was man anfängt.

Ich kann mich über den Erfolg anderer wirklich freuen.

Neid ist mir in jeder Hinsicht fremd.

Das Gespräch führte: Christian Bauer