Alexander Bommes

„TV-Wunderwaffe“, „Allzweck-Moderator“, „Schwiegermutter-Typ“ – Alexander Bommes kann diese Stereotypen nicht leiden. „Es gibt zwar Schlimmeres, bedeutet jedoch unterm Strich: Profillosigkeit. Ich bin nicht der ewig durch die Welt lächelnde Grinseonkel.“ Zum Fernsehen kam der gebürtige Kieler durch ein Volontariat, vor die Kamera, weil die damalige Landesfunkhauschefin den Mut hatte, mal einen Neuling auszuprobieren. Alexander Bommes arbeitet sich konsequent nach oben. Neben dem Hamburg Journal übernimmt er die Moderation im Sportclub-Team, präsentiert Sport-Veranstaltungen für Das Erste und wagt mit verschiedenen Quiz-Formaten den Schritt in die Unterhaltung. Frauen finden ihn smart. Für Männer ist er der Typ, mit dem man im Stadion ein Bierchen trinkt. Doch das hat der Ex-Handball-Profi schon lange nicht mehr gemacht. Das Fan-Sein ist ihm durch den Job etwas abhanden gekommen. Nun sitzt er mit seinen beiden Söhnen – die er gemeinsam mit Moderatorin Julia Westlake hat – vor dem Fernseher und erfreut sich daran, wie sehr sie mitfiebern. Demnächst können beide ihren Papi sogar in der legendären Sportschau am Samstag sehen: Gerade hat der Moderator einen Vertrag bei der ARD unterschrieben und ist damit in das Team um Reinhold Beckmann, Gerhard Delling und Matthias Opdenhövel als vierter Mann aufgenommen. Der Ritterschlag für einen Sport-Moderator! Mit seinen 38 Jahren hat Alexander Bommes viel erreicht. Ein großer Wunsch ist noch offen: es einfach mal genießen zu können.

Fotos: Tim Wendrich für HANSEstyle

Meine Karriere beim Fernsehen habe ich nicht geplant. Maria von Welser (Anm.: ehemalige Landesfunkhauschefin des NDR in Hamburg) sagte: ‚Wir nehmen jetzt einen viel zu muskulösen, meist unrasierten Typen mit wirren Haaren aus dem Volontariat für das Hanseatischste, das es gibt: Das Hamburg Journal’.

Mit Fünf war ich das erste Mal Besucher im NDR Sportclub. Nie hätte ich gedacht, dass ich den eines Tages moderieren werde.

Ich würde gerne sagen, dass ich ein Bauchmensch bin. Aber die Menschen, die mich kennen, würden aufschreien und sagen, ich sei der verkopfteste Typ überhaupt.

Ich war früher schon sehr selbstkritisch. Auch wenn ich schon deutlich gelassener geworden bin, wird es mir nie egal sein, was und wie ich etwas mache. Ich habe das alte Ex-Sportler-Problem: Gleiches Gewicht, aber die Hosen werden enger. Ich glaube, man nennt es Umverteilung.

Ich trinke morgens literweise gesundes Ingwerwasser, und dann ab ungefähr halb zwölf gibt es Filet und Currywurst.

Das größte Kompliment ist für mich, wenn alte Kollegen vom Sport sagen: ‚Du bist immer noch der von früher‘.

In der Tat ist es so, dass die größten Egos vor der Kamera ausgelebt werden.

Ich habe einen wahnsinnig hohen Anspruch. An die Arbeit der anderen, aber auch an meine eigene.

Ich bin schon ein echter Team-player. Aber ich habe auch gelernt, dass es Leute gibt, denen das nicht so wichtig ist.

Angst, dass ich zuviel im Fernsehen auftauche? Die habe ich nicht.

Den Bommes-Overkill haben sie nur zu Hause, wenn ich mal länger da bin und anfange, mich einzumischen…

Es darf nicht dazu kommen, dass einer sagt: ‚Oh, jetzt kocht er auch noch’.

Ich mache nur Sachen, in denen ich glaubwürdig bin. Es wird nicht passieren, dass ich etwas mache, von dem ich keine Ahnung habe.

Ich fand Julia (Anm.: Julia Westlake ist seine Lebensgefährtin, mit der er zwei Söhne hat) schon cool, bevor ich sie kannte. Sie war immer anders als die anderen Moderatorinnen.

Text: Für HANSEstyle traf Nicola Millies Moderator Alexandor Bommes.