Affordable Art Fair

Isabel Deimel und Oliver Lähndorf sind die Gesichter hinter der Affordable Art Fair | Foto: Tim Wendrich für HANSEstyle

10 Fragen an Oliver Lähndorf und Isabel Deimel: Treffen Sie die Macher der Affordable Art Fair

1. Was macht für Sie die Arbeit mit Kunst so besonders?
Isabel Deimel:  Sie ist immer wieder anders, aufregend und unerschöpflich. Künstler treffen mit ihren Arbeiten oft den Nerv der Zeit und ziehen mich damit immer wieder in ihren Bann.
Oliver Lähndorf: Die Möglichkeit Menschen an Kunst und Kultur heranzuführen und die aufkommende Begeisterung zu sehen, macht die Arbeit als Kulturmanager sehr besonders.

2. Herr Lähndorf, wie kamen Sie zur Affordable Art Fair?
Ich wurde von Will Ramsay, dem Gründer der Messe angesprochen, im deutschsprachigen Raum die erste Affordable Art Fair aufzubauen. Hamburg hat großartige Künstler, sehr engagierte Galeristen und unglaublich viele Kunstinteressierte. Von daher war für mich schnell klar, dass Hamburg der richtige Standort für die Messe ist.

Die Affordable Art Fair lockt jedes Jahr wieder Kunstliebhaber aus aller Welt in die Hamburger Messehallen | Foto: Affordable Art Fair
Die Affordable Art Fair lockt jedes Jahr wieder Kunstliebhaber aus aller Welt in die Hamburger Messehallen | Foto: Affordable Art Fair

3. Wieso kommt die Affordable Art Fair in Hamburg so gut an?
Isabel Deimel: Unser Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und Leute für Kunst zu begeistern. Daher haben wir neben etablierten Sammlern und Besuchern, die sich nur inspirieren lassen auch viele, die Kunst für ihr Zuhause kaufen wollen.
Oliver Lähndorf: Wir haben es mit der Affordable Art Fair geschafft, einen einzigartigen Mix sowohl an Kunst als auch an Publikum zu schaffen.

Auf der Affordabel Art Fair können Werke zeitgenössischer Kunst wie zum Beispiel Malereien oder Fotografien, wie die von Christo und Jeanne-Claude aus der Galerie Art Edition-Fils, begutachtet und erworben werden | Foto: Affordable Art Fair
Auf der Affordabel Art Fair können Werke zeitgenössischer Kunst wie zum Beispiel Malereien oder Fotografien, wie die von Christo und Jeanne-Claude aus der Galerie Art Edition-Fils, begutachtet und erworben werden | Foto: Art Edition-Fils

4. Welche Highlights erwarten die Besucher auf der diesjährigen Ausstellung?
Isabel Deimel: Wir etablieren den Collectors Club by MINI! Jeder, der Kunst auf der Messe erwirbt, wird kostenlos Mitglied und ein Jahr lang zu exklusiven Kunst-Veranstaltungen eingeladen. Damit möchten wir Kunstsammlern und Kunstinteressierten die Möglichkeit geben, sich noch mehr mit zeitgenössischer Kunst auseinander zu setzen.
Oliver Lähndorf: Weitere Highlights sind die Sonderschauen Hamburg Section 2016, in der Kuratorin und Kunsthistorikerin Anne Simone Krüger sechs Galerien präsentiert und Emerging Artists 2016, in der drei Hamburger Nachwuchskünstler vorgestellt werden.

5. Frau Deimel, wie sind Sie zur Kunst gekommen? Gibt es ein Schlüsselerlebnis, bei dem Sie wussten: ‚Ich mache Kunst zu meinem Beruf‘?
Dank meiner kunst- und kulturaffinen Familie hatte ich schon früh Berührung mit der Kunst. Ich wurde mit zu Ausstellungen genommen, wodurch mir der Zugang zur Kunst erleichtert wurde. Besonders begeistert mich die Art und Weise der Künstler, Ausdrucksformen für Themen zu finden, die sonst sehr schwierig zu fassen sind.

6. Herr Lähndorf, was ist das Wichtigste, was Sie Ihren Studenten am Institut für Kultur- und Medienmanagement Hamburg mit auf den Weg geben?
Die Motivation eines jeden Kulturmanagers ist es, Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Ich rate meinen Studenten daher, sich später nicht nur auf bereits etablierte Kulturnutzer zu konzentrieren, sondern mutig neue Wege der Kulturvermittlung zu gehen, um weitere Bevölkerungsgruppen an Kunst und Kultur heranzuführen.

7. Sie beide sind in vielen Bereichen der Kunst unterwegs. Gibt es eine Kunstgattung, für die Ihr Herz besonders hoch schlägt?
Isabel Deimel: Ich liebe die Malerei, da diese auf verblüffende Weise unerschöpflich ist. Zur Zeit fesseln mich besonders Video-Arbeiten, wie zum Beispiel das Videoprojekt „Manifesto“ von Julian Rosfeldt im Hamburger Bahnhof in Berlin.
Oliver Lähndorf: Ich komme ursprünglich aus der Film- und Fotoproduktion, daher schlägt mein Herz nach wie vor für die Fotografie. Durch die Affordable Art Fair interessiere ich mich aber auch immer mehr für die Bildende Kunst und sammele seit ein paar Jahren junge Hamburger Nachwuchskünstler wie zum Beispiel Robert Vellekoop.

8. Welche sind für Sie die Kultur- und Kunst-Highlights in Hamburg?
Isabel Deimel: Neben der diesjährigen Wiedereröffnung der Hamburger Kunsthalle, ist mein Kultur-Highlight jedes Jahr der Familienbesuch des Weihnachtsoratoriums von Johannes Sebastian Bach im Hamburger Michel.
Oliver Lähndorf:  Ein Klassiker ist für mich in Hamburg natürlich das Haus der Photographie und die von Ingo Taubhorn kuratierten Ausstellungen. Die letzte Ausstellung, die mich außerdem überrascht hat, war die Simon Hehemann Ausstellung „Sämtliche Schaltpläne vom Rest der Welt“ bei Feinkunst Krüger.

9. Wer ist in Ihren Augen eine der wichtigsten Persönlichkeiten, die die Hamburger Kunstszene bedeutend geprägt hat, eine Gallionsfigur für die Hamburger Kunstszene?
Isabel Deimel: Der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, hat schon im 19. Jahrhundert einen wichtigen Meilenstein gesetzt, indem er die Sammlung systematisch aufgebaut und viele Hamburger Größen, wie zum Beispiel Caspar David Friedrich, in die Sammlung integriert hat. Ein Visionär, dem die Hamburger Kunstszene am Herzen lag.
Oliver Lähndorf: Bereits im Studium habe ich F.C. Gundlach, unter anderem Gründer des Hauses der Photographie, kennenlernt, dem ich als Mentor in meiner Anfangszeit als Kulturmanager viel zu verdanken habe. Er ist für Hamburg als Fotostadt von großer Bedeutung.

Backstage: Für ein gutes Foto geht Tim Wendrich sogar in die Alster
Backstage: Für ein gutes Foto geht Tim Wendrich sogar in die Alster

10. Was unterscheidet die Affordable Art Fair in Hamburg von den Affordable Art Fairs in zum Beispiel Seoul und Singapur?
Oliver Lähndorf: Die einzigartige Lage der Messe im Zentrum Hamburgs, direkt im Schanzenviertel. Eine so große Veranstaltungslocation wie die Hamburg Messe im Herzen einer Metropole zur Verfügung zu haben, ist für eine Kunstmesse doch sehr besonders.

Das Gespräch führte: Louisa Wölke


Über die Affordable Art Fair:

Die erste Affordable Art Fair wurde 1999 von Will Ramsay im Battersea Park in London lanciert. Heute lädt die Affordable Art Fair in Metropolen wie Stockholm, New York, Mailand, Seoul und Hong Kong ein und verzeichnet weltweit über 1,9 Millionen Besucher. Auf der Affordable Art Fair in Hamburg werden vom 10. bis 13. November 2016 Werke wie Malereien, Grafiken, Skulpturen und Fotografien in einer inspirierenden Atmosphäre auf 5.000 Quadratmetern und mit einer Preisobergrenze von bis zu 7.500 € präsentiert.

Isabel Deimel –  Messemanagerin:

Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte und der vergleichenden Literaturwissenschaften in Wien war Isabel Deimel in verschiedenen deutschen Institutionen wie der Hamburger Kunsthalle sowie als kuratorische Assistentin beim Kunstverein Harburger Bahnhof tätig. Heute ist sie Messemanagerin der Affordable Art Fair Hamburg und kuratiert die Emerging Artist Ausstellung.

Oliver Lähndorf – Messedirektor:

Studiert hat Oliver Lähndorf an der Filmakademie Baden-Württemberg und am Institut für Kultur- und Medienmanagement Hamburg, wo er auch heute noch als Dozent tätig ist. Seit 2000 ist er Kulturmanager und war bereits für Kunsteinrichtungen wie das Haus der Photographie / Deichtorhallen Hamburg im Einsatz.